Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Hefte 0/1989 Tristan von Sinnen: Elegie
Artikelaktionen

Tristan von Sinnen: Elegie

Erbarmen, o Welt,
daß mir das Chaos nicht gänzlich
den Schädel zerschlägt!

Was kackt mich der Papst an
mit Friedensgefasel,
ein Knochenhaufen in Schwarz auf dem Arm.

Mein Kopf voller Tod.

Ich glaube allmählich,
ich muß alles
sprudelnd aus mir herausscheißen.
Da liegt ein Kind im Grab und will raus,
seine geifernden Zähne
in Eure biederen Hälse zu schlagen.
Ein zerkochter Brei
voller Schimmel,
der schwitzend und stinkend
zu Worten gerinnt.

Da sind Götter,
die wollen mich-posthum beehren.

Ho ho ho! und ne Buddel voll Rum!
Was im Suff nicht alles zu ertragen ist!
Man lebt ja nur noch von Kisten voll Schnaps.

Und dennoch!:
Wenn du dich festsaugst an mir,
ja , dann bin ich am Leben,
andernfalls ist mein Atem nur kalt
und voll Muff.
In dir bäum ich mich auf,
da erblitzt der Funke,
schreit voll Leben
nach Liebe
und verdämmert im Zigarettenrauch.

Zigaretten danach -
ach wie klassisch - und öde.
Dabei möcht ich dir gern
eine Rose
ins Schamhaar flechten...

Copyright: Tristan von Sinnen

zuletzt verändert: 12.06.2006 01:10
erstellt von jero
Nummer 0
Titelbild
Vorrede
Dr. Hannes Jensen: Lebenshilfe Hans Duschke: Mehlbeutel des Monats Selen Telesz: Fernsehn? Ich tu'´s! Theodor Honnung: Kackvogel des Monats Hans Duschke: Lob des Vorurteils Siegfried Löwy: Ein Totenschein für die Lyrik Tristan von Sinnen: Elegie Anna Riesol: Frau Z. Heinrich Muoth: Über Vernunft und Gefühle Andreas Scheffler: Machtlos Johann Tobias Schmitt: Jahreszeiten
Victor Orloff: Geheimauftrag Aids - Folge I
Victor Orloff: Geheimauftrag Aids - Folge II
Kvara Bistroj: Der Ausländer
Impressum
Mehr…
 

Powered by Plone CMS, the Open Source Content Management System

Diese Website erfüllt die folgenden Standards: