Tristan von Sinnen: Elegie
Erbarmen, o Welt,
daß mir das Chaos nicht gänzlich
den Schädel zerschlägt!
Was kackt mich der Papst an
mit Friedensgefasel,
ein Knochenhaufen in Schwarz auf dem Arm.
Mein Kopf voller Tod.
Ich glaube allmählich,
ich muß alles
sprudelnd aus mir herausscheißen.
Da liegt ein Kind im Grab und will raus,
seine geifernden Zähne
in Eure biederen Hälse zu schlagen.
Ein zerkochter Brei
voller Schimmel,
der schwitzend und stinkend
zu Worten gerinnt.
Da sind Götter,
die wollen mich-posthum beehren.
Ho ho ho! und ne Buddel voll Rum!
Was im Suff nicht alles zu ertragen ist!
Man lebt ja nur noch von Kisten voll Schnaps.
Und dennoch!:
Wenn du dich festsaugst an mir,
ja , dann bin ich am Leben,
andernfalls ist mein Atem nur kalt
und voll Muff.
In dir bäum ich mich auf,
da erblitzt der Funke,
schreit voll Leben
nach Liebe
und verdämmert im Zigarettenrauch.
Zigaretten danach -
ach wie klassisch - und öde.
Dabei möcht ich dir gern
eine Rose
ins Schamhaar flechten...