Vorrede
Wenn mehrere auf eine Weise zusammenleben, daß sie sich Freunde nennen dürfen, indem sie ein gleiches Interesse haben, und auf nah verwandte Zwecke losgehen, dann werden sie gewiss sein, daß sie sich auf den einfachsten Wegen wieder begegnen und daß selbst eine Richtung. die sie voneinander zu entfernen schien, sie doch bald wieder glücklich zusammenführen wird.
Ein Briefwechsel mag die Stufen eines freundschaftlichen Fortschritts bewahren: jeder Moment des Wachstums ist fixiert, und wem das Erreichte uns eine angenehme Empfindung gibt, so ist ein Blick rückwärts auf das Werden belehrend, indem er uns zugleich ein künftiges, unablässiges Fortschreiten hoffen läßt.
Kurze Aufsätze, in die man von Zeit zu Zeit seine Gedanken, seine Überzeugungen und Wünsche niederlegt, um sich nach einiger Zeit wieder mit sich selbst zu unterhalten, sind auch ein schönes Hilfsmittel eigener und fremder Bildung, deren keines versäumt werden darf, wenn man die Kürze der dem Leben zugemessenen Zeit und die vielen Hindernisse bedenkt, die einer jeden Ausführung im Wege stehen.
Bei Künsten und Wissenschaften aber ist nicht allein eine solche engere Verbindung, sondern auch das Verhältnis zum Publikum ebenso günstig. als es ein Bedürfnis wird. Der Wunsch nach Beifall, welchen der Schriftsteller fühlt, ist ein Trieb, den ihm die Natur eingepflanzt hat, um ihn zu etwas Höherem anzulocken: er glaubt den Kranz schon erreicht zu haben und wird bald gewahr, daß eine mühsamere Ausbildung jener angebotenen Fähigkeiten nötig ist, um die öffentliche Gunst festzuhalten. die wohl auch durch Glück oder Zufall auf kurze Momente erlangt werden kann.
In diesem ernsten Sinn verband sich die Redaktion des Salbader.; eine heitere Stimmung möge unsere Unternehmungen begleiten, und wohin wir gelangen, mag die Zeit lehren.
Die Redaktion.