Kvara Bistroj: Vier Anekdoten (I.)
Den Herbst des Jahres 1933 verbrachte Ernst Röhm mit ausschweifenden Feiern und Gelagen aus Anlaß seiner großen beruflichen Erfolge. Eines Abends erfand der beleibte Offizier den »Röhm-Punsch«, ein deftiges Getränk aus einem Viertel Wacholder, einer Flasche Württemberger, einem halben Liter dunklen Doppelbocks und zehn steifgeschlagenen Eiweiß. Diese Mischung verlangte er in der Folgezeit auf allen Festivitäten, indem er laut ausrief: "Wollen wir nicht noch 'nen Röhm-Punsch machen?!" Ein dummes Mißverständnis setzte allerdings kurz darauf seiner beruflichen Karriere ein jähes Ende.
Als der bekannte Spaßmacher Kurt Felix sich einmal im Rundfunk einen Teller auf den Kopf setzte, konnte er überhaupt nicht verstehen, daß keiner darüber lachte.
Bekanntlich hatte der Kubanische Revolutionär Fidel Castro sich im Jahre 1985 das Rauchen abgewöhnt, um der Volksgesundheit ein gutes Beispiel zu geben. Bei schwierigen internationalen Verhandlungen wußte er es jedoch stets so einzurichten, daß er auf dem WC eine gute Havanna genießen konnte. Als Willy Brandt, der von der Nebenkabine die Rauchwolken bemerkte, ihn scherzend darauf ansprach, antwortete der Ertappte launig: "Nun, man gönnt sich ja sonst' nichts."
Eines Tages hatte der Ostberliner Rechtsanwalt Gregor Gysi ein Bad genommen, um der Malerin Bärbel Bohley mit seinem Wohlgeruch zu imponieren. Doch bei klassischer Musik und Kerzenschein wollte sie ihn dann verführen. Aber Gysi sagte: "Nein! Du willst mich küssen, doch das geht mir zu schnell. Du solltest wissen: Ich bin intellektuell." Seitdem findet Bärbel Bohley den Gregor Gysi »langweilig und blöd«, was ja nichts heißen muß.