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Vorrede*

Die Ursprünge des Salbader. betreffend.

Die Annahme, der Salbader. Stehe einzig dar, er könne sich nicht auf eine lange Tradition belehrender und erbaulicher Zeitschriften berufen, erweist sich bei genauer Kenntnis der Literaturgeschichte als irrig. Im Gegenteil fühlen wir uns einer Ahnenreihe verpflichtet: allein 1290 Titel bis zum Jahre 1899.

Da ist zum Beispiel Des erbaulichen Zeitvertreibers erste Ausflucht, welcher von allerhand nützlichen und curiösen Sachen auf eine ergötzende, freie und geziemende Art raisoniert, erstmals in Halle 1710, oder Der lustige Observateur, welcher die im Schwange gehenden Laster und Torheiten der Menschen durchstriegelt. [Frankfurt 1724]. - Mit Lügen vermischte Wahrheiten. [Breslau um1735], oder Ragout nach dem heutigen Geschmack. Eine Wochenschrift. (Marienburg 1761] entsprechen nicht unserem Ethos, unser Anspruch wird eher durch eine Wochenschrift wie Der Greis. mit der Beilage: Betrachtungen über die wichtigsten Angelegenheiten des Menschen. [Helmstedt u. Magdeburg 1768] formuliert. Wirtschaftliche Probleme. wie sie zum Beispiel das Periodikum Undankbar ist der Welt Lohn, oder der Undankbare, eine Wochenschrift. [Breslau 1781] quälten, bewegen auch uns, und unsere Selbsteinschätzung schwankt zwischen Quackeleyen und dummer Schnack. Eine Sammlung gefundener seltsamer Briefe verschiedener Personen. [Altona 1785] und Das wohlfeilste Panorama des Universums zur erheiternden Belehrung für Jedermann und alle Länder. [Prag 1834]. Regionale Besonderheiten, wie zu Beispiel Lohn und Peitsche. Ein Blatt für Wiener. [1734] und Ost-Friesische Mannigfaltigkeit. [Aurich 1784] kennzeichneten, spielen für uns jedoch keine Rolle. - Abschließend fühlen wir uns verpflichtet, uns von einigen Vorgängern zu distanzieren, insbesondere von der Lokomotive. Monatschrift für den deutschen Michel. [Halle 1843], den Chemnitzer Raketen. Illustriertes Witzblatt. [1873] und der Sonntagsruhe. Monatsblatt für Stadt und Land. [Osnarbrück 1873].

Mit der üblichen Aufforderung an unsere LeserInnen, uns Manuskripte, zum Liebsten kurze, vergnügliche Essais zuzuschicken, verbleiben wir bis zum nächsten Heft,

Die Redaktion.


*) unter Verwendung der Bibliographie der Zeitschriften des deutschen Sprachgebiets bis 1900. Bearbeitet von H. Jessen u. J. Richter; 1969-1977. erstellt von Hans Duschke.

Copyright: Salbader.-Redaktion

zuletzt verändert: 12.06.2006 01:09
erstellt von jero
Nummer 03
Titelbild
Vorrede
Bov Bjerg: Berichte aus der Redaktion Bov Bjerg: Kackvogel der Saison: Gg. G. Siegfried Löwy: Zuspruch für Krenz Kvara Bistroj: Die Salbader.- Worterklärung Hans Duschke: Glotzen als Lustgewinn Kvara Bistroj: Drei Anekdoten (I.) Hans Duschke: Mehlbeutel des Monats Ciao Tsheskou: Über das Entwenden von Mercedessternen Hinnerk Casanova: Fernsehn? Ich tu´s!! Hans Duschke: Klaus, der Papst und die IRA Heinrich Muoth: Diegicht Hans Birger: Frühlingsgefühle Hans Birger: Wie´s so läuft Roland Oelfke: Hier geht es ums Verrecken Frantisek Depping: Sie schweigen Kvara Bistroj: Drei Anekdoten (II.) Heinrich Muoth: Von Vätern und Söhnen Tristan von Sinnen: Ein Kaffee zu zwein Andreas Scheffler: Haltlos
Kvara Bistroj: Der Ausländer
Victor Orloff: Geheimauftrag Aids - Folge V
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