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Hans Duschke: Mehlbeutel des Monats

Unser Mehlbeutel bestätigt, daß er lieber mit Frauen als mit Männern zusammen sei. Es müsse jedoch ein gewisser erotischer Kitzel dabei sein, da er sich sonst langweile. Denn intellektuell könne ihm ein Gespräch mit Frauen nichts geben, von Frauen könne er nichts lernen, das wolle er auch nicht, er sei da vornehmlich an Gefühlen interessiert.

Er halte die Auseinandersetzung mit Männern für ergiebiger, Männer seien seiner Meinung nach gebildeter, in dem ihre Bildung der seinen ähnlicher sei. Es sei aber gerade der spielerische, (von seiner Seite) unernste Umgang mit den Frauen, der ihm am meisten zusage. Die eigentlichen Gedanken der Frauen ließen ihn kalt. Seiner Überzeugung nach seien diese (die Gedanken) sowohl sanfter, d.h. harmloser, langweiliger, als auch durchschnittlicher. da er Extrempositionen bei Frauen als unreflektiertes, wirres Zeug zu begreifen gelernt habe. Eine wirkliche Auseinandersetzung könne so nicht zustande kommen. Das erotische Spiel sei ihm aber Ersatz genug für solche vermeintlichen Defizite.

Den Anteil weiblicher Gedanken (oder Gedanken weiblichen Ursprungs) an seiner persönlichen Geistesbildung bezeichnet er als gering. Der Begriff »Männerlogik« in der feministischen Diskussion sei ihm beispielsweise immer als ein lächerlicher Widerspruch in sich selbst erschienen. Seiner Meinung nach seien Frauen keine Konkurrenz, eine Tatsache, die er immer als wohltuend empfunden habe.

Dies sei zwar seine Privatmeinung, die er nicht jedem auf die Nase binde, er sei sich aber sicher, daß diese, seine Überzeugung "die meisten Frauen eh nicht stört. Die meisten denken doch genauso. Entweder sie nehmen irgendwelche prinzipiell anderen Denkformen bei Mann und Frau an, kann ja sein, oder sie glauben auch, daß der männliche Verstand dem ihren überlegen ist, würden so etwas aber nie zugeben und finden seltsame Theorien, die zeigen, daß der Verstand eh nicht so wichtig ist." Ausnahmen im privaten und öffentlichen Bereich bestätigten seiner Ansicht nach die Regel. Er halte sich für relativ unbelehrbar.

Je nach Zuhörer(innen)schaft und Alkoholpegel würde er den Vorwurf des »Geschlechterrassismus« sogar - spaßeshalber - zulassen. Ein solcher Streit könnte ihm gefallen.

Illustrationen von Silja Zeese

Copyright: Hans Duschke

zuletzt verändert: 12.06.2006 01:09
erstellt von jero
Nummer 03
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