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Sie sind hier: Startseite Hefte 03/1990 Heinrich Muoth: Diegicht
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Heinrich Muoth: Diegicht

Das leere Blatt vor mir

oder:

Diegicht

Junge Dichter gibt es viel im Land.
dies läßt sich wohl so sagen,
fast nimmt das Dichten überhand,
wer will, mag dies beklagen.
Sie schreiben meist von Schmerz und Leid,
doch mal von Wonnen auch,
zum Sterben sind sie stets bereit,
so ists bei Dichtern Brauch.

Es peinigt sie ein innrer Drang,
erfüllt ihr Herz mit Trübsal,
der fesselt sie oft tagelang
und fordert rechte Mühsal.
Mal kommt das Drangsal über Nacht,
mal ists ein stetig Schwellen,
doch ist der Funke erst entfacht,
kanns niemand mehr abstellen.

Selbst wenn das Werk auch die bedauern,
für die es mal geschaffen,
wird dies den Zwang nur untermauern,
Verkennung ihn noch straffen.
So muß es also immer bleiben,
wir wem des Dichtens nimmer satt,
wir müssen schreiben, schreiben, schreiben
und sei es übers leere Blatt.

Copyright: Heinrich Muoth

zuletzt verändert: 12.06.2006 01:09
erstellt von jero
Nummer 03
Titelbild
Vorrede
Bov Bjerg: Berichte aus der Redaktion Bov Bjerg: Kackvogel der Saison: Gg. G. Siegfried Löwy: Zuspruch für Krenz Kvara Bistroj: Die Salbader.- Worterklärung Hans Duschke: Glotzen als Lustgewinn Kvara Bistroj: Drei Anekdoten (I.) Hans Duschke: Mehlbeutel des Monats Ciao Tsheskou: Über das Entwenden von Mercedessternen Hinnerk Casanova: Fernsehn? Ich tu´s!! Hans Duschke: Klaus, der Papst und die IRA Heinrich Muoth: Diegicht Hans Birger: Frühlingsgefühle Hans Birger: Wie´s so läuft Roland Oelfke: Hier geht es ums Verrecken Frantisek Depping: Sie schweigen Kvara Bistroj: Drei Anekdoten (II.) Heinrich Muoth: Von Vätern und Söhnen Tristan von Sinnen: Ein Kaffee zu zwein Andreas Scheffler: Haltlos
Kvara Bistroj: Der Ausländer
Victor Orloff: Geheimauftrag Aids - Folge V
Was die anderen schreiben
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