Vorrede*
Eine Erklärung. wie sie einer Schrift in einer Vorrede nach der Gewohnheit vorausgeschickt wird - über den Zweck, den die VerfasserInnen sich in ihr vorgesetzt, sowie über die Veranlassungen und das Verhältnis, worin sie zu den andern frühern oder gleichzeitigen Behandlungen desselben Gegenstandes zu stehen glauben, scheint bei dem Salbader. nicht nur überflüssig, sondern um der Natur der Sache willen sogar unpassend und zweckwidrig zu sein. Denn wie und was von dem Salbader. in einer Vorrede zu sagen schicklich wäre - etwa eine historische Angabe der Tendenz und des Standpunkts, des allgemeinen Inhalts und der Resultate, auch Versicherungen über das Wahre -, kann nicht für die Art und Weise gelten, in der die Wahrheit dieses Periodikums darzustellen sei.
Auch weil der Salbader. wesentlich im Elemente der Allgemeinheit ist, die das Besondere in sich schließt, so findet bei ihm mehr als in anderen Zeitschriften der Schein statt, als ob in dem Zwecke oder den letzten Ergebnissen der Sache selbst und sogar in ihrem vollkommenen Wesen ausgedrückt wäre, gegen welches die Ausführung eigentlich das Unwesentliche sei.
Worin könnte mehr das Innere dieser Schrift ausgesprochen sein als in den Zwecken und Resultaten derselben und wodurch diese bestimmter erkannt werden als durch ihre Verschiedenheit von dem, was das Zeitalter sonst in derselben Sphäre hervorbringt?
Der Anfang der Bildung und des Hausarbeitens aus der Unmittelbarkeit des substantiellen Lebens wird immer damit gemacht werden müssen, Kenntnisse allgemeiner Grundsätze und Gesichtspunkte zu erwerben, sich nur erst zu dem Gedanken der Sache überhaupt heraufzuarbeiten, nicht weniger sie mit Gründen zu unterstützen oder zu widerlegen und ordentlichen Bescheid und ernsthaftes Urteil über sie erteilen zu wissen. So wird eine solche Kenntnis und Beurteilung in der Konversation ihre schickliche Stelle behalten.
Hochlöblichst, die Redaktion
*) Vorrede aus Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Phänomenologie des Geistes. Bamberg, Würzburg 1807. Gefunden und für den Salbader. aufbereitet von Andreas Scheffler.