Hans Duschke: Ein kurzer Blick in die Medien
Der Beruf/die Berufung zwingt mich, Augen und Ohren stets sperrangelweit offen zu haben, und was ich schwarz auf weiß besitze ruhig nach Haus zu tragen. Mein Hirn: ein Spiegel der Geistigen Welt. Das ist meine Glücksphantasie. Auch die sog. Frauenbefreiungsbewegung (bzw. deren Reformistischer Flügel) steht ständig im Mittelpunkt zumindest meines Interesses.
Und da hat es ja in der vergangenen Woche einen großartigen Erfolg gegeben. Eine Art Revolutiönchen. In der Werbebranche. Genauer gesagt: In der Tampon-Werbebranche. Eine Premiere war zu bewundern. Zur Hauptsendezeit.
In einem Werbespot fielen einer sympathisch-unperfekten jungen Frau in einem Café die Tampons aus der Handtasche. Ho, ho. Wir alle kennen diese peinliche Situation. [Wir alle?!] Ich rechnete schon mit dem Schlimmsten, denn die eher bürgerlichen Welt der Werbe-Filmchen ist solche Provokationen nicht gewohnt.
Aber nein! Alles ging noch einmal gut aus. Es gab ein großes Hallo und alle haben gelacht (während sie ihre Monatshygiene schnell wieder einpackte), und dazu spielte diese fröhliche, schwungvolle Musik. Es war alles so natürlich. Ich war begeistert.
Und so möchte ich mein Glas erheben und einen Schluck nehmen auf die Arschlöcher der Werbewirtschaft, die so ungemein mutig sind: Tabuverletzer allererster Sorte.
Eine Eigenschaft, von der wir auch gern ein kleines Stück hätten...
