Jürgen Witte: Drei Gedichte
Telefon
Telefon,
wer bist du schon,
du blödes Gerät,
schweigst von früh bis spät.
Aber mitten in der Nacht,
da wird Lärm gemacht,
und irgend so ein Lust-Tenor
stöhnt mir seinen Frust ins Ohr
Telefon,
das wär's fast schon,
nur eines was mich noch bekümmert,
Nachbars Neues, das klingelt nicht, es wimmert.
Und wenn die beiden ausgeh'n
bleibt das Ding zu Haus steh'n
dann beginnt sein Klagelied.
und keiner da, der nach ihm sieht.
Computer
Computer, warum
Produkt von soviel Ingenium
bist du so dumm?
Ohne Programm,
das auch halbwegs was kann
Ist nix an dir dran
Eine Hardware
die ein bißchen smart wär
gäb viel mehr her
Wecker
es gibt Wecker die krähen
es gibt Wecker die piepen
es gibt Wecker die rasseln
es gibt Wecker die ziepen
Dem einen mußt du winken,
den andern schreist du an
manche sind ständig am Blinken
weil keiner sie bedienen kann.
So entfalten sie ihr schändliches Treiben,
und niemand der sich wehrt
Menschen sterben. aber die Wecker, die bleiben,
weiß Gott, was das uns wieder lehrt?
