Hans Duschke: 5 Jahre Tschnernobyl
A - Ja, wat is’ denn nun mit Atomstrom?
B - Wie? ,wat is’? Scheiße is’!
A - Ach nee. Und wieso?
B - Na wejen die Strahlung.
A - Ach.
B - Jo. So is’ das mit de Atomstrom.
A - Und wat is’ mit die Strahlung? Is’ dat jefährlich?
B - Aber hallo. Dat is’ sogar gesundheitsgefährlich.
A - Ach nee.
B - Jo: Da krich’ man ’n Auschlag
A - Wie dat Ozon, wa?
B - Schlimmer. Viel schlimmer.
A - Pickel?
B - Auch Pickel.
A - Dat is’ ja forchtbar.
B - Und denn kannste auch noch ’n Jeschwür kriejen.
A - Ach komm.
B - Nee, wenn ick dir det sage.
A - Du machst Witze.
B - Nee! Mit Jeschwüre macht man keine Witze.
A - Du willst mir verarschen.
B - Du Arschloch. Ick werd’ dir das beweisen.
(hinter die Bühne:)
B - Könn’ wir mal eben so’n Tschernobyl-Kind auf die Bühne haben?, damit hier alle sehen können, wie schrecklich dat is’ mit die Strahlung?
(Das Tschernobyl-Kind erscheint. Ein blasser 8-jähriger in ärmlich unmoderner Kleidung. Er geht an den Bühnenrand, verbeugt sich kurz und läßt dann die Hosen runter. Seine Hoden sind groß wie Kindsköpfe - jeweils. Ein Aufschrei des Entsetzens geht durch die Menge. Der Junge sagt etwas auf russisch. Die Übersetzung kommt von Backstage: "Fluoreszenz: Er fragt, ob er jetzt pinkeln soll.")
B - Nee, nee, nee. Dat wird nich’ nötig sein.
(Nachdem ihn alle gesehen haben, zieht er die Hosen wieder hoch und geht ab.)
B - Ganz schön furchtbar, was?’
A - Ja, nich’ schlecht. Ziemlich furchtbar. Aber sach’ ma’, mit die Strahlung, gibt’s da auch so richtig schlimme Schmerzen, gibt’s die da auch?
B - Ja, das außerdem.
A - Furchtbar. Fast schon ekelhaft...