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E 338: Der Anzug

»Und was machen Sie so?« - »Ich mache Ordnung.«

Diese Antwort ist keineswegs scherzhaft gemeint, doch es freut mich, daß sie so aufgefaßt wird.

Man sagt Ordnung und hat sie im selben Moment noch geschaffen. Ordnung ist eigentlich überall wichtig, vor allem aber im eigenen Leben. Man muß immer darauf achten, daß alles in Ordnung ist. Meine Freundin tut das. Immer wenn sie mit jemandem anderen geschlafen hat, schenkt sie mir hinterher was. So hat sie ihren Spaß, und ich habe was. Das ist in Ordnung.

Das letzte Mal hat sie mir einen Anzug geschenkt. Ein Anzug ist etwas sehr schönes und nützliches zugleich. Mein Anzug hat Taschen für Tücher und Bücher, für Krebse und Geld. Leider habe ich kein Geld, sonst könnte auch ich meiner Freundin etwas schenken. Und wie gern ich das täte! Denn ich habe meine Freundin sehr lieb.

Ich hoffe, daß mein Anzug den Frauen gefällt. Zum Aufzug der Frauen von heute muß ich folgendes sagen: Es gibt heutzutage sehr viel Frauen, und viele von ihnen sind anzüglich gekleidet. Das ist in Ordnung. Dennoch gibt es Grund zu klagen. Manche der Frauen zum Beispiel, die anzüglich gekleidet sind, sehen einen, sieht man sie nur freundlich an, ganz grimmig an. Einige schauen auch grimmig zur Seite, nach oben, nach vorn, und jedenfalls woanders hin. Und wieder andere sind anzüglich gekleidet, und trotzdem schaut man sie nicht an. Das alles ist dumm und gar nicht in Ordnung.

Meine Freundin hat Blue Jeans, doch sieht sie mich stets freundlich an. Freundlich, he! Mit wehendem Haar.

Copyright: E 338

zuletzt verändert: 12.06.2006 01:09
erstellt von jero

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