Thomas Weise: Gastvorrede
Mein erstes Exemplar des Salbader, erhielt ich durch eine fast schon mysteriösen Zufall, welcher sich aber bei näherem Hinsehen dann doch auf natürliche Ursache zurückführen ließ: Mein bester Freund Michael ist mit den Herausgebern gut bekannt und hat auf seiner Gästetoilette (die er auch selbst benutzt, weil es seine einzige ist) immer einige Exemplare ausliegen. Die Zeitschrift beeindruckte mich außerordentlich. Was ich so faszinierend fand, war die Tatsache, daß auf dem Titelblatt ganz ungeniert die Name der Autoren der jeweiligen Beiträge angegeben waren. Das beeindruckte mich, und im Geiste sah ich auch schon meinen Namen auf der nächste Nummer prangen.
Ein kurze, Anruf bei der Redaktion erbrachte allerdings das enttäuschende Ergebnis, daß die Nennung als Autor an das Anfertigen eines Beitrages gekoppelt ist, und zwar eines Beitrages solcher Qualität, daß er den Ansprüchen der Chefredaktion genügt.
Wiederholte Anrufe bei der Redaktion führten zwar zu einer zunehmenden Gereiztheit, jedoch nicht zu, Auflösung des hartnäckigen Widerstandes, meinen Namen auf dem Titelblatt zu drucken. Eine in Aussicht gestellt Spende in Form mehrerer Bierkästen machte die Herausgebe, dann allerdings wanken. Nach den ausbedungenen drei Woche Bedenkzeit wurde mir bedeutet, daß bei der Beurteilung der Qualität eines eventuellen Beitrages meinerseits zwar die übliche Meßlatte angelegt werden müsse, aber beim Ablesen der Latte könne man schon mal zwei Augen zudrücken.
Nun wird der geneigte Leser sich fragen, warum ich nicht einfach einen Beitrag der geforderte Qualität produziert habe.