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Manfred Maurenbrecher: Mönchen-Gladbach

Mönchen-Gladbach, Perle, nicht mal am Rhein,
in einer fernen Zeit wirst du die Schönste sein,
denn jetzt bist du so häßlich,
daß nach altem Gesetz
dich irgendwann der Gott des Ausgleichs
an die Spitze fetzt.
Es wird ne Weile dauern -
Katastrophen müssen passieren,
doch ich will sie gern erdulden,
wenn dich dann schön´re Dinge zieren,
von denen es bis jetzt bei dir, ehrlich,....
rein gar nichts gibt -
da ist ein Busbahnhof mit Fußballfans,
ein Müllauto, das kippt,
und eine Einkaufszone im vollen Busverkehr -
spring mal heil rüber zu Tschibo,
ganz vergeblich, wetten wir?
Und wo ist eigentlich Mönchen,
wo fängt Gladbach an?
Ich traf auf keinen, der mir das sagen kann.
und dann war´s mir egal:
ich fand ein müllbeschwertes Feld,
das zwei tankstellenumrahmte Stadthälften
zusammenhält,
und am Ende jenen Club, mein Plakat davor,
nicht zu fassen -
die Dame an der Kasse ruft:
.Wo ha´m Sie Ihre Gitarre gelassen?.
Das war beim Neuen Theater,
mit Erlebnisgastronomie darin -
Oh Mönchen-Gladbach, nach dir steht mein Sinn.
Mönchen-Gladbach im Fußballwahn,
die Bayern spielten, gegen drei fing es an,
und dreizehn Stunden später in meinem Hotel
ereilte mich ein Schrei von der Straße her grell,
wiederholt und verzweifelt
jene Worte mich trafen:
»Ich krieg kein Bier mehr, und ihr sollt nicht
schlafen! Ich krieg kein Bier mehr,
und ihr sollt nicht schlafen!«

Copyright: Manfred Maurenbrecher

zuletzt verändert: 12.06.2006 01:08
erstellt von jero

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