Michael Stein: Was sozial Sinnvolles
Neulich beschlossen, auch mal was sozial Sinnvolles zu tun, sozusagen der Gesellschaft zurückzugeben, was sie aus mit gemacht hat oder so ähnlich (»Das kriegst du wieder!«). - Ist doch nur recht und billig...
Zuerst muß ich mal hinkucken, wo die Probleme eigentlich liegen. ich meine jetzt nicht die vier Grundübel unserer Gesellschaft: Parodontose, Körpergeruch und unzureichende Versicherung. Da kümmern sich schon genug drum. Nein, ich meine die kleinen Probleme, die, wo man schon richtig die Augen aufmachen muß, um sie überhaupt zu sehen. Das sind oft ganz nichtig scheinende Dinge. Schwierigkeiten, die niemand so richtig wahrnehmen will, vielleicht auch, weil sie unlösbar scheinen. Man hat sich mit ihnen abgefunden.
Ich bin z. B. gerade dabei, eine Schritt-Technik für unterschiedlich große Partner zu entwickeln - wie schön wäre es doch, wenn unterschiedlich große Liebespaare in rhythmischem Einklang flanieren könnten, eng umschlungen oder untergehakt, und doch im gleichen Schritt-Takt. Stattdessen ist da ein Geholper und Gestolper, der Mann versucht zu trippeln, wohingegen die Frau sich fast die Beine auskugelt, um Schritt zu halten. Das ist unwürdig, sieht lächerlich und verkrampft aus und stört die Konversation.
Ja, und dann will ich einem weiteren Problem abhelfen: Ich werde Stimmbildung machen bei Leuten, die Stimmen hören, aber nicht richtig verstehen, was die sagen, weil sie entweder nuscheln, stottern, oder zu leise sind. So ´ne nachlässige Aussprache ist nicht nur lästig, sondern kann auch zu schrecklichen Irrtümern führen, wie neulich in Neukölln bei dem Ehemann, der seine Frau ermordet hatte, nachdem er Stimmen hörte, die gesagt haben sollen: »Du sollst sie töten, töte sie!« Dabei hatte die Stimme »löten« gesagt. ja, Scheiße ist das.