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Michael Stein: Was sozial Sinnvolles

Neulich beschlossen, auch mal was sozial Sinnvolles zu tun, sozusagen der Gesellschaft zurückzugeben, was sie aus mit gemacht hat oder so ähnlich (»Das kriegst du wieder!«). - Ist doch nur recht und billig...

Zuerst muß ich mal hinkucken, wo die Probleme eigentlich liegen. ich meine jetzt nicht die vier Grundübel unserer Gesellschaft: Parodontose, Körpergeruch und unzureichende Versicherung. Da kümmern sich schon genug drum. Nein, ich meine die kleinen Probleme, die, wo man schon richtig die Augen aufmachen muß, um sie überhaupt zu sehen. Das sind oft ganz nichtig scheinende Dinge. Schwierigkeiten, die niemand so richtig wahrnehmen will, vielleicht auch, weil sie unlösbar scheinen. Man hat sich mit ihnen abgefunden.

Ich bin z. B. gerade dabei, eine Schritt-Technik für unterschiedlich große Partner zu entwickeln - wie schön wäre es doch, wenn unterschiedlich große Liebespaare in rhythmischem Einklang flanieren könnten, eng umschlungen oder untergehakt, und doch im gleichen Schritt-Takt. Stattdessen ist da ein Geholper und Gestolper, der Mann versucht zu trippeln, wohingegen die Frau sich fast die Beine auskugelt, um Schritt zu halten. Das ist unwürdig, sieht lächerlich und verkrampft aus und stört die Konversation.

Ja, und dann will ich einem weiteren Problem abhelfen: Ich werde Stimmbildung machen bei Leuten, die Stimmen hören, aber nicht richtig verstehen, was die sagen, weil sie entweder nuscheln, stottern, oder zu leise sind. So ´ne nachlässige Aussprache ist nicht nur lästig, sondern kann auch zu schrecklichen Irrtümern führen, wie neulich in Neukölln bei dem Ehemann, der seine Frau ermordet hatte, nachdem er Stimmen hörte, die gesagt haben sollen: »Du sollst sie töten, töte sie!« Dabei hatte die Stimme »löten« gesagt. ja, Scheiße ist das.

Copyright: Michael Stein

zuletzt verändert: 12.06.2006 01:08
erstellt von jero
Nummer 16
Titelbild
Vorrede
Kurznachrichten: Birnen, Bohnen, Speck
Horst Evers: Am Fenster Bov Bjerg: Reinhard Furrer zum Gedenken Falko Hennig: China Michael Stein: Was sozial Sinnvolles Ahne: Morgens, Politik Funny van Dannen: Der Wind Hans Duschke: Zwölfmal aufs Maul Sarah Schmidt: PMS Ahne: Ich bin gut Helmut Höge: Urban Country-Tales Hans Duschke: Verliebt Michael Stein: Mike Hummer Andreas Scheffler: Autobiographische Schriften Jürgen Witte: Aussterbende Produkte Andreas Koch: Mit oder ohne? Hinak Husen: Rudi Manfred Maurenbrecher: Sommerzeit Funny van Dannen: Neptun-Design Horst Evers: Neue Zukunftsfragmente Hans Duschke: Vier Monologe für Schauspielschüler Bov Bjerg: Bürger beobachten die Feuerwehr Andreas Scheffler: Bei uns im Haus Sven Poser: Müller noch vor Aids Bov Bjerg: Sketche ohne Hand und Fuß
Kvara Bistroj: Der Ausländer
Victor Orloff: Geheimauftrag Aids - Folge XVIII
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