Funny van Dannen: Neptun Design
Zwei dominante Doofe saßen einmal am Strand von Alicante. Geschickte Moderäuber hatten sie bestohlen und verhaun.
»Ich glaub´, mein Po ist gebrochen«, sagte der eine. »ich kann ihn nicht bewegen!«
»Du konntest deinen Po noch nie richtig bewegen, Edgar!«, sagte der andere, »weil du hüftsteif bist.«
»Willst du dich jetzt in dieser peinlichen Situation auch noch streiten, Norbert?«, fragte Edgar. »Laß uns lieber zu den Tonnen laufen, die da hinten stehn! Mit ihnen können wir uns gut bedecken und zur Polizei gehn.«
Sie rannten zu den Tonnen und stellten sich mit dem Rücken zum Meer hinter sie. Da tauchte ein einheimischer Arbeitsloser auf. Er hatte einen Eimer Fischfarbe dabei und bot an, mit dieser den beiden Doofen provisorische Hosen zu pinseln. »Zu Hause könnt ihr sie dann leicht wieder abwaschen!«
»Auch die Schuppen?", fragte Norbert. »Auch die Schuppen«, sagte der nette Spanier. Er tauchte seinen breiten Pinsel in den Eimer und malte den beiden Unglücksraben schöne Beinkleider.
»Wie können wir Ihnen danken?«, fragte Edgar auf Englisch. »Wir haben ja nichts mehr, was wir Ihnen geben könnten.«
Der Helfer zeigte auf die Hosentaschen der zwei Deutschen. Mit fassungslosem Staunen griffen sie hinein und holten entzückenden Ohrschmuck, aus Muscheln gefertigt, hervor. Einen Teil schenkten sie dem Maler, den anderen hängten sie sich selber an die Ohren. Dann verabschiedeten sie sich herzlich und gingen über die runden warmen Steine zur Straße zum Hotel.
Doch bevor sie es erreichten, wurden sie von acht kräftigen Armen hinter eine mobile Musikbox gezogen. Sie gehörten den Moderäubern, die Edgar und Norbert schon kannten. Sie zogen ihnen die fischfarbenen Hosen aus, was schmerzhaft war, da fast die gesamte Scham- und Beinbehaarung an ihrem Futter hängenblieb. Auch den phantastischen Muschelschmuck entwendeten die Wegelagerer. Mit eingerissenen Ohren und wunden, wehen Unterkörpern kamen die beiden Pechvögel schließlich auf ihren Zimmern an.
Einige Wochen später konnten sie über den Vorfall wieder lachen, als sie daheim im Abenteuer-Cafe saßen und bei einem Wildwasser-Tee das Ganze noch einmal Revue passieren ließen. »Und das ist wirklich die einzige Möglichkeit, diese begehrten Hosen herzustellen?-, fragte Edgar. Norbert, der sich bei den Beratungsstellen für Fremdenverkehrsopfer, sowie über die Zentrale Anfragebox der Textilverbände kundig gemacht hatte, sagte: »ja. Denn nur beim Anblick dominanter Doofer, die ihre Blöße mit alten Ölfässern bedecken, entwickelt Neptun diese spezielle Kreativität. Dann schickt er einen seiner Söhne mit der Farbe aus dem Wasser.«
Und müssen es denn Deutsche sein?«, fragte Edgar.
»Nein«, sagte Norbert. »Das Meer und seine Mythen sind international.«
