Andreas Scheffler: Bei uns zu Haus
Bei uns im Haus ist immer irgendwas los. Jemand reißt alle Briefkästen aus der Wand, ein anderer kackt nachts in den Flur, Frau Weber liegt blutend auf der Treppe, Herr Pauli stirbt im Schlaf und wacht infolgedessen einfach nicht mehr auf. Die Polizei geht bei uns ein und aus. So vor einigen Wochen beim Heimgang des Herrn Pauli.
Ich färbe mir gerade die Haare, plötzlich klingelt es an der Wohnungstür. Ich öffne, da hält mir auch schon ein bulliger Mann eine Marke vor´s Gesicht und sagt: »Entschuldigung, Kriminalpolizei.«
Sofort bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Und überlege, was ich alles angestellt haben könnte. Gut, ich habe den ganzen Vormittag über die Zeit totgeschlagen, aber dafür kann man mich wohl kaum belangen.
»Tut mir leid, daß ich störe, wir haben hier im Haus einen Einsatz. Darf ich mal bei Ihnen telefonieren?« jetzt hat er sich schon zweimal entschuldigt. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Gleichzeitig frage ich mich, wieso er nicht von seinem Wagen aus telefoniert. ich beschließe, mich auch zu entschuldigen und sage: »Tut mir leid -, ich kann Sie nicht hereinlassen.«
»Hm. Tch. Es geht auch ganz schnell. Herr Pauli ist gestorben, und ich muß einen Bestatter anrufen.«
»Haben Sie denn einen Durchsuchungsbefehl?«
»Wieso? Ich will doch nur mal telefonieren.«
»Es geht trotzdem nicht. Wenn ich Sie hereinließe, würden Sie ja alles sehen.«
»Ach, so«, sagt er und grinst.
»Sie verstehen mich mich.«, entgegne ich, »Sie meinen jetzt, nebenan läge eine nackte Geliebte. Mitnichten. Vielmehr ist die ganze Wohnung vollgepackt mit Diebesgut. Es ist doch klar, daß Sie das nicht sehen dürfen.«...
Schnitt: Wie kommt Scheffler aus dieser absolut unglaubwürdigen Geschichte heraus? Wird der Beamte die Selbstbezichtigung als Witz auffassen oder ernst nehmen? Bewahrt Scheffler in seiner Wohnung wirklich Diebesgut auf, liegt im Bett eine nackte Geliebte oder nichts von beiden? Bekommt das Haar seine gewünschte Farbe?
Fortsetzung nur bei einer genialen Eingebung des Autors.