Andreas Scheffler: Im Schoße des Krans
Durch Gassen flanieren
und meditieren,
man sitzt in Cafés
und trinkt einige Tees. -
Das ist hin und wieder auch mein Begehr,
doch eigentlich will ich mehr.
Denn wenn ich flinken Schrittes die Straßen durchmesse,
hab´ ich ein besonderes Interesse:
Ich seh´ mir am Abend gern Baustellen an,
und oft hab ich Glück, und da steht auch ein Kran.
Eine mächtig bombastische Konstruktion,
aus Stahl hauptsächlich, gestützt von Beton.
Und hoch in der Luft in wogenden Winden,
da schwebt sie, wo könnt´ man was Schöneres finden?
Eine Tischkreissäge, ganz unbewacht,
und doch ist sie vollkommen sicher bei Nacht.
Das hat wohl ein Mann der Arbeit ersonnen -
auf so ´ne Idee muß man erstmal kommen.
Ein kluger und findiger Zimmermann,
der ohne die Säge nicht leben kann.
Und während im Zentrum das Nachtleben wütet,
da denk´ ich, so gut wär´ auch ich gern behütet.