Horst Evers: Probleme unserer Zeit I
Heute: Jugendkriminalität
Es klingelt. An der Tür. Ich öffne. Vor der Tür steht ein ungefähr 13jähriger Junge mit einer Waffe im Anschlag. »Hände hoch, das ist ein Überfall!« Oh Scheiße, denk ich. Wenn man im Wedding im Parterre wohnt, ist es klar, daß man früher oder später irgendwann überfallen wird. Is okay. Soweit von mir keine Einwände. Aber ein 13 jähriges Kind, das war mir dann doch ziemlich peinlich.
»Schnell Junge komm rein, bevor Dich einer sieht. Sag mal, macht es Dir was aus, wenn ich bei der Polizei angebe, Du wärst groß, grobschlächtig und zu fünft gewesen?«
»Machen Se, wie Se denken, ich bin zu sehr Profi, um eitel zu sein. Sie sind ja schließlich nicht der Erste.«
»Nich der Erste? Heißt das diese Bande von fünf großen, grobschlächtigen Männern, die in den letzten drei Wochen 12 alleinstehende Herren überfallen hat? Warst das alles?«
»Genau. Ich mein, is okay, zwar kein Ruhm, aber wenigstens verdächtigt mich auch keiner. Ich versprech Ihnen, ich verrate niemandem, daß ich sie überfallen habe.«
»Oh, das ist wirklich sehr nett von Dir. Kann ich Dir was anbieten? Limonade oder Milch?«
»Mich interessiern nur Geld und Videos.«
»Geld hab ich keins, aber Videos, laß mal sehn. E.T., Ghostbusters, Hook, Terminator, oh, den kann ich Dir nich geben, der is erst ab 16, da könnte Deine Seele Schaden nehmen.«
- endet hier