25/1999
Eine Ebene höherVorrede
Hier spricht die Salbader-Redaktion mit ihren Lesern. Die Kunst des Salbaderns in Reinkultur. Wir lieben unsere Leser. Lieben Sie uns zurück...
Kurznachrichten: Zeichen, Zeiten, Tage und Wunder
Die aktuellen Kurznachrichten. Ein Häuflein Häppchen, Pointen und Begebenheiten. Die Wundertüte zum Einstieg, in jeder Nummer neu. (Für den schönen Titel bedanken wir uns bei der leider früh verstorbenen Zeitschrift KOWALSKI)
Hinark Husen: Illegale Postwurfsendungen
Ich weiß auch nicht, warum ausgerechnet ich ständig Papiermüll in den Kasten gestopft bekomme. Ob das so ein perfider Rachefeldzug gegen mich ist, weil ich als einziger die Biomülltonnen richtig benutze? ...
Ahne: Meisengeschichte
Diese Blaumeisen. Wie fröhlich die picken konnten. Ja, sie dachten eben nicht über den Tod nach. Die Blaumeisen waren froh, wenn sie einen neuen Speckbauch beim an sich Heruntergucken entdeckten...
Jürgen Witte: Wahltage im Spiegel deutscher Volksbräuche und Sitten
Wird in Hamburg am Wahltage dem Bürgersmann ein Knabe geboren, so ist es Sitte, ihn auf den Namen des siegreichen Direktkandidaten im Wahlkreis zu taufen. Eine Sitte, die in den modernen Lehrplänen leider nur noch wenig Beachtung findet...
Horst Evers: In Würde Altern
Unsere Nachmittage verbringen wir in Chatrooms, die Namen haben wie Karstadt-Bistro und Café Keese. Und da chatten wir über unsere Krankheiten oder unser neues Hüftgelenk, das uns der nette junge Mann von -Körperteile auf Rädern- am Vormittag vorbeigebracht hat...
Robert Rescue: Hauptsache Arbeit
Frau Manuela Rallert, ehemalige Stenotypistin, hat sich mit Hilfe des Arbeitsamtes als Flugschreiberin selbständig gemacht. Ihre Dienste bietet sie vorrangig mittelständischen Fluggesellschaften aus Entwicklungsländern an, die sich eine sogenannte -Black Box- nicht leisten können...
Bov Bjerg: Beim Inder in der WO?
Beim Anblick der gehäkelten Lampenschirme fragte ich mich, ob Antje Vollmer früher wohl einmal selbstgebatikte Kleidchen getragen hatte, ob sie so was womöglich heute noch tat, heimlich, zwischen zwei Terminen in der Naßzelle ihres Bundestagsbüros, und bei dieser Vorstellung schüttelte es mich...
Andreas Scheffler: Arbeit um Acht
-Morgen, Andreas. So, jetzt geht’s zur Sache. Na, bist du voller Tatkraft?- -Geht so-, krächzte ich. Fröhliche, unternehmungslustige Menschen am frühen Morgen sind die Pest...
Hans Duschke: Vom Amt
-Morgen, Andreas. So, jetzt geht’s zur Sache. Na, bist du voller Tatkraft?- -Geht so-, krächzte ich. Fröhliche, unternehmungslustige Menschen am frühen Morgen sind die Pest...
Ulrich Roski: Ich lerne sprechen
Wir blödelten eine Weile rum, bis er schließlich sagte: -Gegen diesen Fremdkörper müssen wir dringend etwas unternehmen. (Pause) Und zwar in absehbarer Zeit. (Pause) Haben Sie heute noch etwas vor?-
Andreas Scheffler: Nürnberg
Nürnberg. Die Gaststätte zur Friedensglocke. Keine Kneipe der Welt könnte einen unpassenderen Namen haben, dachte ich als erstes...
Sarah Schmidt: Urlaub in Berlin
»So geht das nicht mehr weiter. Ich mach jetzt Urlaub in Berlin!« Ich rief Freund Frank an, der muß mitmachen, denn Urlaub alleine ist blöd. »Los, wir machen jetzt lauter Sachen, die wir sonst nie machen!« - »Ja super, Sex!«
Gabi Schlaug: Bier
Emma, die süßeste der Gruppe, das harmlose Babyspice, lächelte so falsch in die Kamera, daß es ganz offensichtlich war, wie verdorben sie eigentlich ist. Da kann sie noch so viele Krankenschwesternuniformen anziehen, das kriegt die einfach nicht raus aus ihrem Gesicht...
Manfred Maurenbrecher: Europa - Zwei Stimmen im Frühjahr 99
Er sitzt vor seinem Computer und tippt. - Sie sitzt vor ihrem Computer und tippt. - Ihr Adressat ist das weltweite Netz und kein einzelner Mensch im besonderen. - Sein Adressat ist die Weltöffentlichkeit und im besonderen die Weltelite...
Uli Hannemann: Eistee für unsere Taxifahrer
Vorsichtig rollt eine Taxe heran und verhält neben dem Bottich. Langsam steigt der dicke Fahrer aus, stutzt und beäugt mißtrauisch das Schild. Was ein stattlicher Bursche! ...
Gunar Klemm: Vom schönen Landleben...
Vom schönen Landleben weiß jeder ein Lied zu singen, der sich schon mal aufgemacht hat zu ergründen, wo nun eigentlich die Schnitzel wachsen. In der Regel wachsen die eben beschriebenen Fleisch- und Bindegewebslappen an Pflanzen, die der als Landwirt getarnte Subventionsempfänger Schweine nennt und die er in dunklen, schlechtbelüfteten Gewächshäusern hält...
Falko Hennig: Schlangenschicksal
Ich weiß nicht, ob es genetisch ist, vielleicht ist es was Unterbewußtes von mir selber, aber immer bei mir passiert was. Also immer in der Schlange, in der ich stehe, und zwar immer kurz, bevor ich dran bin. Bei normaler Wahrscheinlichkeit müßte bei zwei Schlangen so etwas in meiner Schlange genauso oft passieren wie in der anderen. Aber das ist nicht so...
Andreas Rüttenauer: Die Siedler (von Dallgow-Döberitz)
»Ihr habt sehr schön gesungen, aber es verstößt gegen meine Prinzipien, euch dafür etwas zu geben.« Damit hatten die Kinder nicht gerechnet...
Jürgen Witte: Ist Geldgeilheit heilbar?
Klaus beendet seine Pubertät. Gerade noch rechtzeitig, er geht schließlich langsam auf die Dreißig zu. Aber was kommt jetzt? Weniger ficken, dafür mehr Verantwortung übernehmen? Ein, zwei Bäumchen pflanzen? ...
Horst Evers: Am Gemüsestand
»Mann, Herr Evers!« Herr Birüglü, mein Gemüsehändler, war richtig sauer. »Jetzt bist du schon das dritte Mal in einer Woche schlafend in meinen Tomatenstand gefallen! Langsam nervt’s! Kannst du mir das irgendwie erklären?« ...
Tube: Typischer Tagesbeginn eines werktätigen Menschen, der Abends immer besonders spät zu Bett geht
Ich stehe auf einer grünen, sonnigen Wiese in duftiger Sommerluft, ein weißer Schmetterling kommt herbeigeflogen, setzt sich in mein Haar und flüstert mir ins Ohr: -Komm, laß uns zusammen die Weltherrschaft erobern, nur wir zwei, du und ich.- Seine Fühler kitzeln zärtlich meine Kopfhaut, der Lufthauch seiner Flügelschläge streicht sanft durch mein Haar, bis ich den Schmetterling mit flacher Hand plattklatsche...
Gabi Schlaug: Lesen in Neukölln
Früher, als die Bibliothek Neukölln noch an der Karl-Marx-Straße lag, war es nicht nötig, sich die Haare zu waschen oder die Sabberflecken vom T-Shirt zu bürsten, wollte man sich schnell ein lehrreiches Buch ausleihen gehen...
Bov Bjerg: »IS’ ROT.«
Wer seine sieben bis acht Sinne halbwegs beisammen hat, betrachtet die Signale von Fußgängerampeln als gutgemeinte Vorschläge. Klar, daß die Berliner Polizei das anders sieht...
Kvara Bistroj: Der Ausländer
Die Ergebnisse der Xenosophie: Pauschalreisen zu fremden Kulturen, ihren Menschen und Bräuchen...
Werswer
Vollständiges Verzeichnis der Salbader-Autoren. Hier finden Sie lauter Portraits, Lebensdaten und manch liebevoll ausgewählten Link...
Victor Orloff: Geheimauftrag AIDS - Folge XXVII
Viktor Orloff, Gummiallergiker, ehemaliger Agent der Staatssicherheit und draufgängerischer Privatdetektiv, sucht in eigenem Auftrag die Pflanze, die Aids besiegt...
Aufruf: Aufruf gegen den Tonfilm
Was rauskommt, wenn der Salbader fremde Quellen plündert. Ein steter Tropfen gescannter Merk- und Denkwürdigkeiten...
Viktor Orloff: Unterstützungskommitee
Auch Sie können einmal im Leben ein Held sein, auch sie können jetzt ein Menschleben retten! ...