Vorrede
Herzlich Willkommen im Salbader, dem Mitteilungsblatt der Saaldiener und Kraftfahrer des Dt. Bundestages im Plenargebäude Deutscher Reichstag AG i. Gr. Dieses gelbe Heftchen wird Dich nun bis zu Deinem Ausscheiden aus dem Öffentlichen Dienst begleiten.
Was nun ist der Salbader, und zu welchem Zwecke betreibt man seine Lektüre? Einst entstanden als »Salebueddel-Courant«, Tratschblatt der Zofen, Barbiere und Narren am Hofe Wiedebrandts des Nachdenklichen, entwickelte sich das Magazin im Laufe der Jahrhunderte zu dem Feierabendblatt der niederen Stände im Allgemeinen - des tertiären, in jüngerer Zeit auch des quartären, quintären und sextären Sektors im Besonderen.
Auch heute noch weilt unser Herz bei diesen Geringsten unter uns, unser Verstand jedoch gehört ausschließlich den fiesesten und effizientesten Expropriateuren. Wir sind ja nicht blöd.
Damit Du nun, liebe Leserin, nicht doller durcheinander kommst als unbedingt nötig, unterscheiden sich die einzelnen Ausgaben durch die Farbe der Titelzeichnung. Diesmal - bitte erschrick nicht - ist die Farbe: rot. Wenn die Politische Bildung, die man Dir während Deiner Frühstückspausen am Rhein verabreicht hat, nicht gänzlich für die Katz war, weißt Du: Rot ist die Farbe des Ostens, rot sind dort Fahnen und Plätze, rot ist das Blut dort - und sogar die Liebe.
So stammt auch die Zeichnung zwei Seiten weiter vorn von Ilja Kitup, einem durchaus vierschrötigen Mann, der, mit wenig mehr als einem Koffer voller roter Flammenbildchen, eines Tages aus dem Lande des einschlägig bekannten Herrn Molotow aufbrach, um hier in Berlin, im Wort- und Witzwesen Westasiens sein Glück zu suchen.
Möge auch diese Nummer 25 dem Volke ein starkes Opium sein!
Die Redaktion