Kvara Bistroj: Der Ausländer
Heute: Der Schwede
Ånnikka Normolværebrøker, so heißt hier Lieschen Müller, ist stolz auf ihr von Scharen von Schären völlig verfitzeltes Fleckchen Erde. Denn Schweden ist ein sicheres Land. Welches Land sonst auf der Welt verlangt von seinen Wirten eine Promotion in Sozialpädagogik? In welchem anderen Land sind die Barhocker serienmäßig mit Sicherheitsgurten ausgestattet, mit Airbags und Seitenaufprallschutz? Ja, der Schwede, so heißt der Mann von Ånnika, trinkt gern. Na und? Er kann es sich leisten. Nobelpreise, so groß wie Nacktmulle, tummeln sich in seinen Gewässern! Der Schwede exportiert sie in die ganze Welt. Von den Arabern kriegt er dafür Øl. Das findet der Schwede dermaßen lecker, daß er es so lange inkorporiert, bis ihm der Knall des Airbags deutlich macht: So, jetzt aber ab nach Hause. In seinem Schwedenstahlmobil rauscht er durch die taghelle Sommernacht, umkurvt wie absichtslos die unzähligen Schaufelhirsche, bis er endlich vor seiner kieferfurnierten Villa Kunterbunt steht. Ånnika hat das Bett schon aufgebaut. Das Bett heißt Gutvik oder Vøgelsjøn. Der Schwede ist ein glückliches Volk. Nur wenn er was erleben will, dann muß er mit der Fähre fahren. Ja, ja, so ist er, der Schwede.
Beim nächsten Mal: Der Tunesier