Viktor Orloff: Unterstützungskommitee
Retten Sie Viktor Orloff!
Viktor Orloff, seit zehn Jahren Gefangener der Salbader Redaktion, einer der letzten Kämpfer für Sex, Saufen und Abenteuer, ein Kämpfer gegen das weltweite Lateximperium, der einzige, der selbst nach dem Zusammenbruch des Staatssozialismus noch immer bereit war, es mit BND, CIA und Konzernmacht gleichzeitig aufzunehmen, einer der zahllosen bescheidenen Helden unserer Zeit, sitzt seit Wochen in einer engen, lichtlosen Todeszelle im geheimen Salbader-Hochsicherheitstrakt und erwartet dort den Tod! Daß dort gefoltert wird, ist bekannt, wie drastisch diese Folter sein kann, beweist ein verschlüsseltes, heimlich aus dem Todestrakt herausgeschleustes Protokoll (siehe: [Salbader Nr.24] Viktor Orloff XXVI und [Salbader Nr.25] Victor Orloff XXVII).
Nur ein lautstarker öffentlicher Aufschrei, kann Viktor Orloffs Leben noch retten. Gründet Aktionskommitees! Organisiert virtuelle und echte Demonstrationen! Legt Unterschriftenlisten an. Schreibt persönliche Briefe, in denen Ihr gegen Justizwillkür und die Todesstrafe protestiert.
Alle Briefe sind zu richten an:
Eure Exzellenz, den Salbader-Diktator B. Bjerg unter der Adresse: salbader@prenzl.net oder bov.bjerg@prenzl.net
Zum Fall Viktor Orloff
Viktor Orloff war der Obrigkeit im Salbader schon immer ein unbequemer Mitstreiter. Sein raues Auftreten, seine windige Vergangenheit, sein dreister, ja offener Ton, passe nicht zur ansonsten eher verhaltenen, feinsinningen Gesellschaft der Salbader-Texte.
Ja, Viktor Orloff hat sich nicht angepasst! Aber er erlebte wenigstens was! Das schürte den Neid der Mehrheit nur weiter! Die Langweiler, wie in jeder Gesellschaft die schweigenden Wortführer, fühlte sich von Viktors Zügellosigkeit brüskiert. Einige Autoren waren ihm stilistisch nicht mehr gewachsen und begannen sich zu drücken. Dann starteten sie ihren Gegenangriff: Viktor Orloff schade, so hieß es plötzlich, dem Ansehen des Blattes, er sei billig! Ja, Höhepunkt der Vorwürfe, er näme im Salbader zuviel Platz ein!
»Das Boot ist voll!«, oder wie Otto Schily jetzt gerne sagt: »Die Aufnahmekapazität ist längst überschritten!« Aber eine Diktatur mit demokratischer Fassade, wie die des Salbader wollte sich durch eine widerrechtliche Ausweisung des ungeliebten Freiheitskämpfers aus dem Osten nicht der internationalen Kritik aussetzten. Also bastelte man aus haltlosen Vorwürfen und unbewiesenen Gerüchten (Machotum, Alkoholismus, Geisteskrankheit, Niveaulosigkeit) eine Anklageschrift zusammen und stellte Viktor Orloff heimlich vor Gericht.
Das unter fragwürdigen Umständen gefällte, und aller Rechtsstaatlichkeit hohnsprechende Todesurteil gegen Viktor Orloff wurde spätabends, am 12. Dezember, nachdem die Jury mit einer Flasche Wein und einer Runde Pizzas bestochen worden war, gesprochen. Erst Monate später, genau am 5. Februar hat man das fadenscheinig begründete Schand-Urteil im Salbader erstmals der Öffentlichkeit bekannt gemacht. (siehe: [Salbader Nr.24] Vorrede)
Viktor Orloff wird in den nächsten Wochen hingerichtet werden, wenn wir alle nicht sofort etwas unternehmen.
Schreibt massenhaft Briefe! Kämpft für die letzte Schmuddelecke im herausgeputzten und blankpolierten Hauptstadtsalbader. Rettet das Leben von Viktor Orloff!
V.i.S.d.P. Viktor - Orloff - Unterstützungskommitee