Vorrede
Liebe Leserin!
Die Mitteilungen, die hier herinnen gemacht werden, wiewohl oder gerade weil sie Zeugnis ihrer Zeit ablegen, sind von bleibendem Wert. Schnöde Schnelligkeit war nie die Sache des Salbaders. Sind die des Abdrucks würdigen Geschichten in einer hochkomplexen Prozedur erst ausgewählt, gehen weitere Wochen, manchmal Monate ins Land, bis dem penibel korrigierten, mit wohl gesetzten, ausgesuchten Schriften fein bedruckten und zu akkuraten Stößen aufgestapelten Papier endlich zwei kräftige Metallbügel ins Kreuz gerammt werden, so dass das nun erst mit Fug so zu nennende Heft schließlich gefalzt und am Rand aufs Kongruenteste beschnitten werden kann.
Allzu aktuell war der Salbader also noch nie. Mit dieser Ausgabe verhält sich´s allerdings noch "einen Zacken" ärger: Sie stammt aus dem letzten Jahrtausend. (Obacht, Mathelehrer, die ihr in der Ecke sitzt und zappelnd Laut gebt! Noch ein Ton, und wir zurren Euren Knebel fester!)
Und so wissen wir angesichts der bevorstehenden großen Katastrophe nicht, ob unsere Botschaft die Welt überhaupt noch erreicht. Und wann wird das sein? Denkst Du, liebe jenzeitige Leserin, beim Anblick dieses Heftes an uns vielleicht in gleicher Weise, wie wir heute an die verschollene Sauriermama denken, deren versteinertes Ei wir einst aus der mongolischen Steppe bargen? So möge es sein.
Übrigens: Dies ist der erste Salbader ohne Victor Orloff und seinen "Geheimauftrag Aids". Orloff verstarb kurz nach Erscheinen des letzten Heftes an einer "Unterleibsgeschichte". Ehre seinem Angedenken.
31. 12. 1999, die Redaktion.