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Vorrede

Liebe Leserin!

Die Mitteilungen, die hier herinnen gemacht werden, wiewohl oder gerade weil sie Zeugnis ihrer Zeit ablegen, sind von bleibendem Wert. Schnöde Schnelligkeit war nie die Sache des Salbaders. Sind die des Abdrucks würdigen Geschichten in einer hochkomplexen Prozedur erst ausgewählt, gehen weitere Wochen, manchmal Monate ins Land, bis dem penibel korrigierten, mit wohl gesetzten, ausgesuchten Schriften fein bedruckten und zu akkuraten Stößen aufgestapelten Papier endlich zwei kräftige Metallbügel ins Kreuz gerammt werden, so dass das nun erst mit Fug so zu nennende Heft schließlich gefalzt und am Rand aufs Kongruenteste beschnitten werden kann.

Allzu aktuell war der Salbader also noch nie. Mit dieser Ausgabe verhält sich´s allerdings noch "einen Zacken" ärger: Sie stammt aus dem letzten Jahrtausend. (Obacht, Mathelehrer, die ihr in der Ecke sitzt und zappelnd Laut gebt! Noch ein Ton, und wir zurren Euren Knebel fester!)

Und so wissen wir angesichts der bevorstehenden großen Katastrophe nicht, ob unsere Botschaft die Welt überhaupt noch erreicht. Und wann wird das sein? Denkst Du, liebe jenzeitige Leserin, beim Anblick dieses Heftes an uns vielleicht in gleicher Weise, wie wir heute an die verschollene Sauriermama denken, deren versteinertes Ei wir einst aus der mongolischen Steppe bargen? So möge es sein.

Übrigens: Dies ist der erste Salbader ohne Victor Orloff und seinen "Geheimauftrag Aids". Orloff verstarb kurz nach Erscheinen des letzten Heftes an einer "Unterleibsgeschichte". Ehre seinem Angedenken.

31. 12. 1999, die Redaktion.

Copyright: Salbader.-Redaktion

zuletzt verändert: 12.06.2006 01:07
erstellt von jero
Nummer 26
Titelbild
Vorrede
Kurznachrichten: Zeichen, Zeiten, Tage und Wunder
Horst Evers: Leben zur Jahrtausendwende Sarah Schmidt: Hauptstadtstrom Jürgen Witte: Wie ich einmal total zynisch drauf war Ahne: Kleines Haus Andreas Scheffler: Modernisierungs- maßnahmen Hans Duschke: Mittagspause Bov Bjerg: Pffft ... Die Kunst des Weglassens Tube: Fünfen und Sechsen Hinark Husen: 30 Sekunden Operngeschichte Andreas Gläser: Stubenhocker Ahne: Wenn ich an Kreuzberg denke Wladimir Kaminer: Die erste eigene Wohnung Horst Evers: Das Gespräch Robert Naumann: Ohrenklappen in Marzahn Dr. Seltsam: Der Prozess Jürgen Witte: Die Technik wird weiblich Sarah Schmidt: Ich muß zelten Hinark Husen: Kleine Vorurteilskunde Bov Bjerg: Hinter Lychen Andreas Scheffler: Baugerüst Robert Rescue: Die gemietete Nacht Ulrich Hannemann: Herr Rolf Hans Duschke: Ist die Nordsee noch Mordsee Andreas Scheffler: Den Stier wenden Falko Henning: Norwegischer Urlaub
Kvara Bistroj: Der Ausländer
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