Kvara Bistroj: Der Ausländer
Heute: Der Tibeter
Wo die Hügel zu den Bergen werden, die Berge sich zum Himalaja türmen, da öffnet sich das Tor zum Himmel. Da wohnen die fünf Tibeter. Der Große, der Kleine, der Dicke, der Dünne und der Normale. Hoch in den Bergen.
Da kommen die fünf Tibeter. Steinig ist der Pfad. Einer von ihnen hält ja den Weltrekord im Heilig-Sein. Süßen Tee trinken sie zur Rast.
Nicht so schön für den Tibeter ist, daß sein Land gar nicht ihm selbst gehört, sondern dem Chinesen, der ihn unterdrückt. Deshalb arbeitet der Tibeter emsig daran, daß unsere traurige Existenz ein glückliches Ende finden wird. Soweit kommt´s, wenn dermaleinst alle Namen Gottes einmal genannt wurden. Also haben tibetische Mönche zweckdienliche Tempel in den Berg gehauen und sagen tagein, tagaus alle Namen Gottes auf. Und obwohl seit beinah 3000 Jahren ständig 400 Mönche nur damit beschäftigt sind, haben sie erst 5 Prozent vollbracht.
Der moderne Tibeter hat auch ein Internet und hält seine Mönche für harmlose Spinner, aber auf erprobte, uralte Tibeter-Weisheiten wie: »Es gibt mehr Dinge zwischen Berg und Tal, als wie der heilige Mann begreifen kann.« - darauf läßt er nix kommen.
So ist er wohl, der Tibeter.
Beim nächsten Mal: Der Venezuelaner