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Artikelaktionen

29/2001

Eine Ebene höher

Von der schwäbischen Dorfampel (Bov) bis zur Stripperin in der Berliner Laubenkolonie (Andreas Gläser). Berichte von kleinen Aufständen im großen Kampf ums Dasein. Wer, wie Horst Evers, mehr vom Tag haben will, der wird schon sehen was er davon hat. Wer, wie Hans Duschke, fröhlich sein muß, der hat’s besonders schwer und wer sich, wie Tube, ins Knie ficken soll, der scheitert an der Geometrie. Falko Hennig, Gilbert Dietrich und Spider können sich noch an die DDR erinnern, Sarah Schmidt erinnert sich an den Karneval und Uli Hannemann an Herrn Can. Mit dabei sind auch Ahne, Andreas, Jürgen, Hinark, Volker und der Dr., Theo Fuchs und erstmals Christian Enggassner und Manfred Wieninger aus Österreich. Die Illustrationen sind von unserem FIL.

Vorrede

Hier spricht die Salbader-Redaktion mit ihren Lesern. Die Kunst des Salbaderns in Reinkultur. Wir lieben unsere Leser. Lieben Sie uns zurück...

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Kurznachrichten: Zeichen, Zeiten, Tage und Wunder

Die aktuellen Kurznachrichten. Ein Häuflein Häppchen, Pointen und Begebenheiten. Die Wundertüte zum Einstieg, in jeder Nummer neu. (Für den schönen Titel bedanken wir uns bei der leider früh verstorbenen Zeitschrift KOWALSKI)...

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Bov Bjerg: Dorfampel

Wir zwangen das schmächtigste Kind der kinderreichsten Familie, in den Berufsverkehr zu springen und den Kadaver von der Straße zu fischen, dann begruben wir das leergewalzte breite Fell zwischen dem Friedhof und dem Bach unter einer Weide...

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Horst Evers: Mehr vom Tag

Ende Februar. Stehe nur in T-Shirt und Unterhose in der Wohnung meines Nachbarn und putze die Fenster. Warum tue ich das? Wie konnte es nur dazu kommen?...

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Andreas Scheffler: Warum ich dauernd in der Kneipe hocke

Meine Frau ist da anders. Die kennt da nix. Muß sie auf's Klo. Da, ein Restaurant. Sie geht rein und schnurstracks auf direktem Weg zur Toilette. Obwohl sie noch nie in dieser Kneipe war. Als ob sie es riechen würde...

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Hans Duschke: Musst Du auch fröhlich sein?

Es ist dies eine der Geschichten, wo das Geld zum Monatsende knapp wird. Ebbe auf dem Konto. Manch einer kennt das. Die Einkaufsliste wird lang und länger: Kaffee, Käse, Brot, Butter, Kindernahrung, Pampers, Klopapier...

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Andreas Gläser: Frieden

Ich will mir das nicht anhören, daß sie in Spanien waren und wie schlimm es wäre, kein Geld für Florida zu haben. Sie wollen nur immer irgendwelche Butterflüge machen...

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Jürgen Witte: Mit Fischen kann ich nicht so recht

Wer hätte vor zehn Jahren noch gedacht, daß es möglich sei, in massenhaft Menschen ein Bedürfnis nach einer schlanken, in einem Tubus aus Plexiglas sprudelnden Wassersäule zu wecken? Heute kann man das verkaufen...

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Spider: Aus dem Tagebuch eines Zwangsprenzlbergers

Die BewohnerInnen des Prenzlauer Bergs haben ein Gemüt, wie ein Faß ohne Boden. Aber auch solch ein Faß läuft mal über. Da braucht bloß so ein Tropfen zu kommen. Auf einem Fahrrad zum Beispiel.

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Manfred Wieninger: Die Kraft und die Herrlichkeit

Wir haben keine Pizzeria und keine Kurzparkzone, auch die Segnungen eines Postamtes, eines Puffs oder eines Hallenbades sind uns bisher erspart geblieben. Ginzburg ist Ginzburg, Herr Inspektor; und das ist keine leere Drohung...

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Ahne: Stempel

Eines Tages kam ein Stempel zum Arzt mit Drücken. Der Arzt war eine Ausgeburt der Hölle mit sechs Augen im Gesicht. Der Stempel schämte sich seiner Beschwerden und der Arzt nutzte dies aus...

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Uli Hannemann: Männergesellschaft

Dieses Rückzugsgefecht, zerstob in seinem flammenden Appell, dessen tragende Säulen die männliche Ehre oder das Arschlochsein im allgemeinen beziehungsweise seine Ehre im besonderen bildeten und er sei kein Arschloch. Ob ich etwa glaube, daß er ein Arschloch sei?...

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Sarah Schmidt: Karneval

Diese Art der, ich sag mal, multikulurellen Verkleidung ist irgendwie ausgestorben. Wahrscheinlich durch das eigene in der Welt herumreisen haben die Menschen gemerkt, daß die ganzen Ausländer zu Hause genauso in Jeans und Turnschuhen rumlaufen wie wir auch...

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Falko Hennig: Dokumente der Straße

Ich hatte heute morgen auch keine schlechte Laune (habe Dir Morgenküsschen gegeben). Ich wußte nicht, dass Du bei der Frage, -ob wir noch Brot haben?- dermaßen ausrasten würdest, sonst hätte ich’s mir wirklich gespart...

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Spider: Vater Staat

Der Arbeiter- und Bauernstaat machte sich nicht wirklich Sorgen wegen meiner Zukunft. Wahrscheinlich rechnete er mit meinem baldigen Ableben infolge Staublunge. Da war mein bißchen halbherzige Querulanz zu verschmerzen. Mit Sven jedoch, hatte die entwickelte sozialistische Gesellschaft (ESG) großes vor.

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Hinark Husen: Streiflichter einer Ausbildung

Wir bekamen die Aufgabe, uns eine Strategie auszudenken, wie wir an lebensnotwendige Gummibärchen herankommen, die er zuvor an die anderen verteilt hatte. Leider konnte die Gruppe sich nicht so recht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen...

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Dr. Seltsam: Familienbande

Hier setze ich mich also zu meinem Vater vor die Glotze bis ich einschlafe. Das ist praktisch, denn dann muß man nichts reden. Um zehn Uhr morgens, während ich mein Marmeladenbrötchen kaue, kommt eine Art Seelen-Striptease-Show...

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Tube: Ficken!

Da hätte ich glatt Lust zu. Warum auch nicht? Wenn ich mich so zurückerinnere, das war doch im wesentlichen immer, ja, nee, doch, das hat eigentlich irgendwie immer Spaß gemacht. Jetzt zu ficken, ist keine schlechte Idee. Na gut. Alleine geht’s natürlich nicht...

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Andreas Scheffler: Besuch

Unmengen von Grillzeugs und Getränken werden herbeigetragen. Zuletzt holt Klaus eine Flasche Schnaps aus der Kajüte. -Andreas, trinken wir einen Braunen zusammen?- ... -Brauner- ist Ostdeutsch und bedeutet -Weinbrand-...

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Christian Enggassner: Enten mit Geld

Ganz egal was andere sagen, Kräuterpfarrer oder das Ministerium für Gerechtigkeit, selbstverständlich dreht sich alles ums Geld! Auf "Maus sucht Mäuserich" hatte ich geantwortet, auf diese Annonce...

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Volker Strübing: Wenn die Menschen von den Pflanzen abstammen würden...

"Geile afrikanische Honigbienen mit stark behaarten Beinen warten auf Dich! Ruf an, ruf an, ruf an!", wie es in der Werbung immer heißt. Keine Lust, mir mit den Zweigen trostlos an den Staubgefäßen rumzuspielen. Ich will eine echte Frau in meinen Ästen halten. Ich will ihr eine Frucht machen...

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Horst Evers: Im Strudel der Sucht

An meinen Briefkasten heftete ich Aufkleber mit der Aufschrift: "Werbung bitte hier einwerfen!!!", und forderte sämtlich Kataloge an, die man nur gratis anfordern kann. Ich war wie im Fieber. Freunde wandten sich von mir ab, weil ich mich nur noch für ihre Zeitungen interessierte...

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Gilbert Dietrich: Weißer Schnee, goldenes Horn, roter Stern

Man klärte uns über Sinn und Ablauf der folgenden Schnitzeljagd auf. Wie schon im letzten Februar würden wir auch diesesmal den Großen Vaterländischen Krieg der Ruhmreichen Sowjetarmee nachspielen...

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Falko Hennig: W 50

Erich Honecker würde kommen. Ich stellte mir vor, wie der ältere Herr mit seinem Trabbi die Straße entlang fahren würde, womöglich sogar hupen. Doch nein, Honecker, der würde bestimmt Wartburg fahren, vielleicht sogar einen W 50?...

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Hans Duschke: Ist da die F.D.P. in mir?

Die Schule, bei der Fahne, Sowietunion beim Trassenbau. Dann die Ausbildung. - Ich kann nicht mitreden. Die drei können es nicht fassen, daß ich niemals einen Beruf erlernt habe. "Hört mal, ich bin aus dem Westen. Da ist das nicht so üblich."

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Jürgen Witte: Das Umland entdecken

Und wir wollen dabei ein bißchen ein Abenteuer haben. Nicht so schnell fahren, was mitbekommen, den Eingeborenen beim Arbeitslossein am Straßenrand zusehen. Schilder der Treuhand-Liegenschafts-Gesellschaft TLG vor verfallenden LPG-Gebäuden und FDGB-Ferienobjekten studieren...

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Theo Fuchs: Der Kinderarzt

Ganz allgemein ist Dr. B. bekannt dafür, daß er nie irgend etwas bedenklich findet, sondern immer erst einmal beruhigt, jeder Hektik gelassen entgegentritt, Panik beendet. Die Mütter lieben ihn dafür und vielleicht auch deswegen, weil er selber wie ein kleiner Bub aussieht...

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Tube: Aquarelle

Ich hatte noch nie ein Aquarell gekauft. Warum sollte ich gerade jetzt eines kaufen, nur weil die Künstlerin taubstumm war? Das war doch völlig zusammenhangslos...

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Kvara Bistroj: Der Ausländer

Neueste Ergebnisse der Salbader-Ausländerforschung: Fremde Kulturen, die Menschen und Bräuche, kurzgefasst und rundumgeschlagen...

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Weitere Dokumente der Strasse

Ich weiß es genau, irgendwann wird mir der Wind eine Fortsetzung zuwehen, wenn ich durch die Saarbrücker Straße gehe. Ich brauche nur die Augen offen zu halten...

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Werswer

Vollständiges Verzeichnis der Salbader-Autoren. Hier finden Sie lauter Portraits, Lebensdaten und manch liebevoll ausgewählten Link...

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Impressum 29/2001

Alle Redakteure, Salbader-Postadresse, Telefonnummer usw.

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Nummer 29
Titelbild
Vorwort
Kurznachrichten: Zeichen, Zeiten, Tage und Wunder
Bov Bjerg: Dorfampel Horst Evers: Mehr vom Tag Andreas Scheffler: Warum ich dauernd in Kneipen hocke Hans Duschke: Musst du auch fröhlich sein? Andreas Gläser: Frieden Jürgen Witte: Mit Fischen kann ich nicht so recht Spider: Aus dem Tagebuch eines Zwangsprenzlbergers Manfred Wieninger: Die Kraft und die Herrlichkeit Ahne: Stempel Uli Hannemann: Männergesellschaft Sarah Schmidt: Karneval Falko Hennig: Dokumente der Strasse Spider: Vater Staat Hinark Husen: Streiflichter einer Ausbildung Dr. Seltsam: Familienbande Tube: Ficken! Andreas Scheffler: Besuch Christian Enggassner: Enten mit Geld Volker Strübing: Wenn die Menschen Horst Evers: Im Strudel der Sucht Gilbert Dietrich: Weisser Schnee, goldenes Horn... Falko Hennig: W 50 Hans Duschke: Ist da F.D.P. in mir? Jürgen Witte: Das Umland entdecken Theo Fuchs: Der Kinderarzt Tube: Aquarelle - Die Welt ist so falsch
Kvara Bistroj: Der Ausländer
Weitere Dokumente der Strasse
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Impressum
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