Vorrede
Liebe Leserin,
"warum", so fragst Du uns, "warum gibt's den Salbader denn in gar so großen Abständen? Solln das? Macht ihr jetzt ein auf Litratur? Ewigkeits-Prosa, wo's auf ein Jahr früher oder später auch nicht ankommt? Demnächst auf mundgeschöpftem Bütten?" Gemach, gemach. Wir sind doch kein so ein Periodikum, bei dem die Herren Schriftleiter die Witze bloß vom Scherzberg in die EDV zu schippen brauchen.
Der Salbader, liebe Leserin, Du weißt es ja, navigiert sein Paddelboot, so tapfer wie es eben geht, über die Wortmeere. Kennst Du das Handkeriff? Die Kafkabarrier? Oder gar den Kishongraben? Dort, die Kerouacklippen und backbord das Bukowski-Dreieck! Wir müssen diese großräumig umrudern. Wir fahren nur so schnell, wie wir das eben überblicken können, und wenn ein Nebel aufkommt, legen wir an einer unbewohnten Insel an und unternehmen einen Landspaziergang.
Öfter mal erscheinen wegen dem Geld? Mehr Nummern, mehr Umsatz, mehr Schotter? Ach, hör mir uff! Mehr als ein Schnitzel können auch wir nicht essen. Und unsere Putzhilfe ernährt von ihrem üppigen Salär längst ganze Woiwodschaften. (Nebenbei: Selbst der Pole kann nicht mehr als ein Schnitzel.)
So sitzen wir tagaus tagaus in der "Testikel-Schaukel", jener legendären Lounge im obersten Stockwerk des Salbader-Hochhauses, und lassen uns von blutjungen Praktikanten die Einsendungen vorlesen. Manchmal ruft einer: "Potztausend, der Enggassner-Christian!" Oder: "Heilandzack, der Wieninger-Manfred!" Schließlich, konkludierend: "Sakra, die Ösis!"
Und bald ist das Heft dann doch wieder hübsch voll.
Viel Freude beim Lesen wünscht die Redaktion