Kvara Bistroj: Der Ausländer
Heute: Der Luxemburger
Will man den Luxemburger besuchen, muß man in Berlin Tempelhof eine Propellermaschine der Embraer Brasilia besteigen. Und kaum ist man dort, hat im Tax Free Shop billig eingekauft und sich die Haare gerichtet, da kommt der Luxemburger an, begrüßt einen in akzentfreiem Letztebuergesch und stopft einen mit Waffeln inklusive Schlagsahne und heißen Erdbeeren voll.
Der Luxemburger ist ein fröhlicher Zeitgenosse, denn er muß nicht arbeiten. Wohlgemut lebt er von seinen Banken, der Europäischen Union und von Briefmarken. Für körperliche Tätigkeiten hat der Luxemburger sich den Portugiesen ins Land geholt. Dieser führt bereitwillig allerlei Sklavendienste aus und murrt nicht einmal, weil er weiß, daß jenseits des offenen Schlagbaums Deutschland liegt.
Will sich der Luxemburger sportlich betätigen, joggt er einmal die Landesgrenze entlang, denn Luxemburg ist ein kleines Gemeinwesen, so klein, daß es sich keinen König leisten kann, nur einen Großherzog, aber immerhin.
Erfunden wurde der Luxemburger übrigens in den 70er Jahren von Frank Elstner und Desiree Nosbusch mit dem einzigen Zweck, daß diese ihren eigenen Radiosender haben konnten. Das hat ja auch ganz gut geklappt.
Abschließend ist zu sagen, daß der Luxemburger den Belgier (außer Adamo) nicht leiden kann. Und das wohl auch zu recht.
Ja, ja, so ist er, der Luxemburger.
Im nächsten Salbader: Der Kubaner