31/2002
Eine Ebene höher»Wir wissen selbst nicht genau was es ist, aber ist sehr groß, es ist verdammt schnell und es vernichtet Arbeitsplätze.« (Jürgen Witte) Der Salbader positioniert sich im Kampf gegen die Globalisierung. Hinark Husen sagt: »Ich bin arbeitslos und kann deshalb mitreden« und Andreas Gläser muß seine Arbeitsamts-Sachbearbeiterin als verantwortungsvollen Eckpfeiler des Sozialstaats fürchten. Hans Duschke sinniert über den Frührentner als Lebensideal und Ahne sieht sich einer 007-Pistole gegenüber. Ist aber wahrscheinlich gar keine echte. Tube macht auf der Autobahn einen relativ guten Deal und Sarah Schmidt fragt, was sie sonst nie fragt: »Gibt’s das auch in Teuer?«. Manfred Maurenbrecher verstrickt sich in der Dialektik einer Blindenampel und Spider werden die Augen geöffnet. Na dann, sollte man denken, aber Robert Naumann erklärt, warum die Revolution dann doch wieder warten muß. Dazu: Horst Evers, Uli Hannemann, Andreas Scheffler (mit Seegrundstück), Jochen Schmidt, Daniela Böhle, Robert Löhr, Konrad Endler, Falko Hennig, Dan Richter und der Muttermodernisierer Bov Bjerg. Bildhübsche Illustrationen (einige exclusiv nur hier) von ©TOM
Vorwort
Hier spricht die Salbader-Redaktion mit ihren Lesern. Die Kunst des Salbaderns in Reinkultur. Wir lieben unsere Leser. Lieben Sie uns zurück...
Kurznachrichten: Zeichen, Zeiten, Tage und Wunder
Die aktuellen Kurznachrichten. Ein Häuflein Häppchen, Pointen und Begebenheiten. (Für den schönen Titel bedanken wir uns beider leider viel zu früh verstorbenen Zeitschrift KOWALSKI)...
Andreas Scheffler: Krieg zwischen den Stegen
In der Stadt kann man relativ anonym in seiner renovierten Altbauwohnung leben, ohne ständig von Nachbarn behelligt zu werden. Außer man trifft zufällig gerade den Mitmieter, den es in jedem Haus zu geben scheint...
Horst Evers: Gestatten, Schulze
»Gestatten, Schulze, ich komm von der Gebühreneinzugszentrale, GEZ, Sie haben nicht angemeldete Fernseh- und Radiogeräte in der Wohnung?«...
Jürgen Witte: Globo, der Film
Aber kritisch-ambitioniert mit Action, das ist quasi ein völlig neues Genre. Mal sehen, ob die Leute das sehen wollen...
Hans Duschke: Wie sollen wir leben?
Es ist ein politischer Lebensentwurf, geprägt vom Kampf gegen das kapitalistische System, gegen die Leistungsgesellschaft, die Ausbeutung und das Rattenrennen.
Sarah Schmidt: Dinslakener Dämmerung
Meine Tochter tritt jede Woche vor tausend Leuten auf. Meine Tochter schreibt, müssen Sie wissen. So lustige Sachen...
Hinark Husen: Mein freiwilliges asoziales Jahr
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Arbeitslosigkeit ist besonders dann eine sehr intensive, wenn man sie nicht von außen betrachtet...
Andreas Gläser: Ich musste sie als verantwortungsvollen Eckpfeiler unseres Sozialstaates fürchten
Sie war eine Proletendompteurin mit menschlichem Antlitz. Ihre herbstliche Traumfigur entspannte sich. Wir wünschten uns einen schönen Tag...
Bov Bjerg: Das Leben der Spinne
Gibt schon so Jobs. Er hier zum Beispiel, der Wachschutzbursche in seiner Phantasieuniform. Königsblau, mit goldenen Streifen. Versucht majestätisch zu gehen, nicht immer so schluffig...
Tube: Ein relativ guter Deal
In jedem Auto ist für den Beifahrer ein zusätzliches Bremspedal eingebaut. Es und unsichtbar, besteht aus Luft und zeigt keine Wirkung, wenn man da drauf drückt. Auf dieses Pedal trat ich ständig, als ich einmal aus bestimmten Gründen in einem silbernen VW-Passat von Berlin nach Dortmund gefahren wurde...
Robert Löhr: Zahlenlehre
Die Zahl der Zahlen ist ganz ohne Zweifel die 4. Ist eine der ersten, ohne sich wie die 2 oder die 3 so bei der 1 anzubiedern...
Daniela Böhle: Würstchen im Wald
Draußen sieht man Bäume. Schau mal, sagt ein Vater zu seinem Sohn, das ist ein ehemaliger DDR-Wald. Man sieht das daran, daß man so gut durch gucken kann...
Jochen Schmidt: Anna Kournikovas große Liebe
Die Menschen waren blaß und blutarm und die ganze Stadt war voller roter Flecken, überall dort, wo jemand noch die Kraft aufgebracht hatte, eine fette, satte Mücke zu erschlagen...
Uli Hannemann: Der trojanische Rollstuhl
Sie fahren dann aber gleich wieder raus?«, entlarvte der Pförtner die ganze Diskussion im Nachhinein als paraphilosophisches Schattengefecht...
Konrad Endler: Ein Leben
Das erste, was der kleine blaue Drache jemals gedacht hatte, war: »Ist ganz schön kalt hier.«...
Horst Evers: Der Sinn des Mathematikunterrichts
»Nix für ungut, nett gemeint, aber das hier ist Mathematik.« Sehe ich aus wie jemand, der von Mathematik keine Ahnung hat?...
Spider: Wie mir als Kind mal die Augen geöffnet wurden
Heißt es nicht so, Blüten sind das Lächeln der Pflanzen. Diese Pflanzen jedoch waren mürrisch und böse...
Manfred Maurenbrecher: Gysi ist busy
Und ich sag: »Zu meiner Zeit sind die Mädels mit 18 von Zuhause ausgezogen!«...
Robert Naumann: Die Revolution muß warten
Ja, Beck’s trinken sie nämlich auch, diese Blutsauger, da geht’s nahtlos mit der Schweinerei weiter...
Falko Hennig: Radiologie
Was bei mir los ist, wenn die alle kommen. Aber sehr diszipliniert, wenn die Stühle alle sind, setzen sie sich auf'n Bierkasten...
Jürgen Witte: Und einen Baileys für die Dame, bitte!
Sie sagt: »Ich muß dich warnen, also gleich bin ich betrunken.«...
Ahne: Der Sieger
Wahrscheinlich ist er in Wirklichkeit sehr traurig. Wahrscheinlich. Wenigstens spuckt er uns nicht an...
Bov Bjerg: Die Modernisierung meiner Mutter
Mit dem Führerschein konnte sie eine Arbeit außerhalb des Dorfes suchen, und mit dem Geld, das sie dort verdiente, konnte sie das Auto bezahlen. Später würde sie mit dem Auto auch in Urlaub fahren...
Dan Richter: Brich die Tradition!
»Frohe Weihnachten! Du hast ja noch Lametta auf der Schulter«, rief meine Mutter und küßte mich...
Andreas Scheffler: Am Anfang war Erziehung
Selbst ohne persönliche haushaltswirtschaftliche Erwägungen und die daraus folgende Einsicht in die Notwendigkeit, mich einschränken zu müssen, wäre ich ein sparsamer Mensch. Ich bin so erzogen worden...
Kvara Bistroj: Der Ausländer
Neueste Ergebnisse der Salbader-Ausländerforschung: Fremde Kulturen, die Menschen und Bräuche, kurzgefasst und rundumgeschlagen...
Was die anderen drucken
Was rauskommt, wenn der Salbader fremde Quellen plündert. Ein steter Tropfen gescannter Merk- und Denkwürdigkeiten...
Werswer
Vollständiges Verzeichnis der Salbader-Autoren. Hier finden Sie lauter Portraits, Lebensdaten und manch liebevoll ausgewählten Link...