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Michael Ebeling: Ein Clown weist auf etwas hin

Ein levantinischer Clown verließ seine Latifundie und trat auf die Straße. Es war aber ein strahlender Sonnenschein. Mit ernster, sehr ernster Miene spannte er seinen Regenschirm auf und ging spazieren. Was passierte? Einige Leute sahen ihm verständnislos nach. Einige lächelten. Andere holten ihre Regenschirme raus und taten es ihm nach. Nach einer geraumen Weile aber öffnete der Clown mit einem geheimnisvollen Lächeln seinen Hosenschlitz und ließ seinen spannenlangen Hansel heraushängen, obwohl er gar nicht mußte.

Was passierte? Einige sahen ihm verständnislos nach, einige lächelten, einige taten es ihm nach. Etliche aber riefen die Polizei, weil sie ihn für einen Entblößer hielten. Jetzt zog der Clown eine Pistole aus einer bisher unsichtbaren Tasche und vollführte damit Cowboy-Kunststücke. Was passierte? Manche lächelten. Manche taten es ihm nach. Es gab jedoch auch genügend Leute, die auch diesmal nach der Polizei riefen, weil sie ihn für einen Amokläufer hielten. Viele versteckten sich in den Hauseingängen.

Welches Bild bot sich der eintreffenden Polizei? Etliche Spaziergänger mit Schirm, Schwanz und Pistole. Viele Polizisten schauten verständnislos, einige aber lächelten und andere spannten ihre Regenschirme auf, holten ihre Schwänze raus und begannen, mit ihren Dienstrevolvern zu jonglieren. Da aber sprang der Clown auf einen Sockel und sprach, mit dem Finger auf die Polizisten zeigend, zum Volk: »Was sollen wir nur mit so einer albernen Polizei?« Sprachs und ward zu Stein. Einige aus der Menge blickten verständnislos, andere lächelten. Aber niemand tat’s ihm nach.

Copyright: Michael Ebeling

zuletzt verändert: 12.06.2006 01:06
erstellt von jero

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