Kvara Bistroj: Der Ausländer
Heute: Der Finne
Der Finne ist ein freundlicher Kauz und lebt im Dachgeschoß des großen europäischen Hauses. Von ihm stammt der fröhliche Ausruf: »Für uns geht die Sonne nicht unter!« Und damit hat er einige Monate im Jahr ja auch recht. In diesen langen hellen Nächten hat der Finne viel Muße zu lesen und deshalb bei der Pisa-Studie gar nicht mal schlecht abgeschnitten.
Wenn der Finne vom Holzfällen nach Hause kommt, zieht er sich mit einer Flasche Finlandia Vodka in seine Sauna zurück. Anschließend springt er in eiskalte finnische Gewässer und gibt sich mit selbstgebranntem Pontikka die Kante. Wenn er danach irgendwann wieder aufwacht, ist es ihm, als wolle die Sonne nie mehr aufgehen und er sucht Trost im Filmemachen und Tangotanzen. Dazu muß er dann wieder gehörig einen trinken. So bleibt das Saufen des Finnen liebste Beschäftigung. Das mögen Diedaoben nicht gern sehen und haben den Alkohol ziemlich teuer gemacht. Aus diesem Grund holt sich der Finne seinen Nachschub neuerdings beim billigen Esten. Der hat im Keller des europäischen Hauses schon mal heimlich einen preiswerten Imbiß eröffnet.
Der berühmteste Finne heißt Paavo Nurmi. Paavo Nurmi ist für den Finnen, was Franz Beckenbauer für den Deutschen und Täve Schur für den Deutschen ist. Geht der Finne ins Ausland, jobbt er als Rennfahrer (schwarz?) und telefoniert nach Hause wie der Teufel. Seine Tochter heißt Nokia und ist im Internet eine ganz große Nummer.
Ja, ja, so ist er, der Finne.
Im nächsten Salbader: Der Iraker