Vorrede
Liebe Leserin,
von Zeit zu Zeit verirrst Du Dich in den Redaktionsflur im 84. Stock des
Salbaderhochhauses (»Hat da wieder so ein Hundsfott von Pförtner nicht
aufgepasst, wozu hält man sich überhaupt diese versoffenen Wachschutznazis,
Himmelherrgottsakrament, wenn hier Hans und Franz ein- und ausgehen können!«
– »Hansi und Franzi. Ich glaub, es ist eine Dame.« – »Ach Gottchen, seit
wann kommtʼs dir denn darauf an!«), erspähst einen der Unsern, und hebst an,
ganz unverzagt: »Guten Tag! Könnten Sie bitte – «
»Zur Seite, junge Frau!«
»Hallo Sie, Herr Redakteur, was ich – «
»Wer hat denn hier den Duschketext verbummelt, verdammt?!«
»Hallo, sind Sie – «
»Vorsicht, heiß und fettig!«
»Hallo Sie, bin ich hier – «
»Aus der Baaahn!«
Du wirfst dich selbst direktemang aufs Flurlinol, doch deine mitgebrachten
Typo-, Manu-, Peduskripte schmeißt du ziellos durch den Ern, krakeelst: »Bin
ich hier richtig beim Salbader?!?!?!
«Ja, das bist Du. Doch das zu wissen: Was nützt es Dir, hm?
Übrigens hat unser Redaktionstherapeut was ganz schön Schlaues gesagt. Er hat gesagt, die Depression, die sei der Preis des Nonkonformismus. Da haben wir nicht schlecht gestaunt. Ab dieser Ausgabe schreibt der Salbader also auch reformiert, wie fast alle anderen. Mal sehen, obʼs hilft.
Viel Freude beim Lesen wünscht die Redaktion.