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Artikelaktionen

37/2006

Eine Ebene höher

Ein Gott ist drin, ein Neandertaler, eine Auseinandersetzung mit Faschistenschweinen, selbst ein Duell mit einem Ventilator. Sogar Sachsen-Anhalt.

Vorrede

Hier spricht die Salbader-Redaktion mit ihren Lesern. Die Kunst des Salbaderns in Reinkultur. Wir lieben unsere Leser. Lieben Sie uns zurück...

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Kurznachrichten: Zeichen, Zeiten, Tage und Wunder

Die aktuellen Kurznachrichten. Ein Häuflein Häppchen, Pointen und Begebenheiten. (Für den schönen Titel bedanken wir uns beider leider viel zu früh verstorbenen Zeitschrift KOWALSKI)...

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Jürgen Witte: Wahlfälschung

Dann werde ich plötzlich nervös, und aus lauter Angst, das Falsche gewählt zu haben, mache ich ganz schnell, ganz viele Kreuze auf den Zettel. Kleine Kreuze dahin, wo sie hingehören, aber auch größere Kreuze, wo sie so gar nicht vorgesehen sind.

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Hinark Husen: Sag mal Örrrdbörrrö

Ich lasse die Kinder erst mal Gemüse- und Obstsorten erkennen und benennen. Vor drei Wochen konnten sie nur Apfel und Tomate zweifelsfrei unterscheiden und verbalisieren. Dazu gekommen sind mittlerweile immerhin Birne, Kirsche, Pflaume, Radieschen, Möhre und Paprika.

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Horst Evers: Warentermingeschäfte

»Sie wollen was?« »Ein Brot von gestern vorbestellen. Für morgen.« »Das geht nicht. Das morgige Brot von gestern ist ja heute schon da. Das kann man nicht mehr vorbestellen.« »Aber morgen kostet das Brot von heute, weils von gestern ist, doch nur noch die Hälfte.«

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Daniela Böhle: Biosupermarkt

Wenn man sich sonderbar verhalten will, ist ein Biosupermarkt genau der richtige Ort. Der ist voller Neurotikerinnen und Neurotiker, da fällt man gar nicht auf. Dass es da Dinkelkekse gibt, liegt nicht daran, dass Dinkelkekse lecker sind. Es liegt daran, dass es Leute gibt, die eine Weizenallergie für ihr Leben brauchen.

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Bov Bjerg: Beschissene Jobs

Ich glaubte nicht an Horoskope. Das änderte sich kaum, als ich sie selber schrieb. Für einen Tag, zwölf kleine Texte, Liebeberufgesundheit von Steinbock bis Schütze, brauchte ich eine Stunde. Dafür bekam ich acht Euro.

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Spider: Schwanger

»Meine Brüste sind größer geworden.« »Bist du sicher?« »Ja, laut der Waage anderthalb Kilo.« »Aber das müsste man doch sehen, drei Pfund mehr Brust.« »Und wie erklärst du dir das sonst?« Jetzt bloß nichts Falsches sagen…

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Theo Fuchs: Schwerkraftreform beschlossen

Mit Beginn des kommenden Monats soll die öffentliche Schwerkraftversorgung zwischen Mitternacht und sechs Uhr früh aus Kostengründen weiter eingeschränkt werden. Menschen, die im betreffenden Zeitraum im öffentlichen Raum unterwegs sind, müssen auf eigene Kosten die lokale Gravitation aufrecht halten.

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Sarah Schmidt: Mit Vögeln bin ich durch

Ich habe für viele Euros Vogelfutter gekauft. Kleine Bällchen mit Körnern, Samen und Fett, die in grüne Plastiknetze eingewickelt sind, hängen an allen meinen Fenstern. Unangetastet. Ich hatte mir das so schön und romantisch vorgestellt.

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Uli Hannemann: Im Biergarten

Nun könnte es mir ja völlig egal sein, wie sich die Kellnerin fühlt, denn schließlich bin ich ja nicht sie. Aus intensiven Beobachtungen habe ich jedoch die Erkenntnis gewonnen, dass das Bier schneller kommt, wenn die Kellnerin sich wohl fühlt.

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Jochen Schmidt: Feriendienst

Der Molch musste jeden zweiten Tag gefüttert werden, anschließend sollte ich mich noch eine Weile in der Wohnung aufhalten und Geräusche machen, damit er Gesellschaft hatte. Er war zwar nie zu sehen, aber er vertrug es nicht, allein zu sein. Ich wusste nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte.

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Robert Rescue: Das Eine soll vor dem Anderen schützen

Ich war dann von einer Sekunde zur anderen hellwach, schüttete Adrenalin aus und wähnte mich kurze Zeit in Todesangst, bevor ich dann aufstand, um mir Kaffee zu kochen. Dieser Stress aber wurde mir bald zu viel…

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Andreas Scheffler: Ich und Kinder?

Ein Kind gezeugt habe ich höchstwahrscheinlich noch nicht. Ich weiß zwar, wie das geht, aber nur weil man es kann, muss man es ja nicht gleich auch machen. Sehr wahrscheinlich werde ich kein Kind mehr zeugen und dafür sollten mir alle dankbar sein; sowohl die Kinder, wie auch das Gemeinwesen als Ganzes.

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Michael Ebeling: Der Neandertaler in mir lebt, aber er ist inzwischen ein verwöhntes Arschloch geworden

»Von wegen Bäuchlein«, zische ich vorwurfsvoll, »Sie meinen sicher meine mischhäutige Mastwampe, meinen adipösen Tresenturnbeutel, die Fettgarage zwischen Brust- und Geschlechtswarzen.« »Also, Herr Ebeling!«, grinst sie jetzt unverhohlen. »Das haben Sie gesagt! Aber ein bisschen weniger würde Ihrer Gesundheit sicher gut tun.«

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Paul Bokowski: Lüderitzkinder

Da gibt es im Querhaus diese türkische Familie. Die sitzen nach Einbruch der Dunkelheit immer so gemütlich beieinander, dass man wirklich glauben könnte, Gott hatte dieser Familie alles gegeben, was für ein einfaches und glückliches Leben notwendig ist. Also abgesehen von Vokalen im Nachnamen oder einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung. Kinder aber haben die.

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Frank Sorge: Meine Studienfächer

Für den Scheinerwerb ist ein Referat obligatorisch. Ich habe hier eine Liste hergestellt mit den möglichen Referatsthemen der nächsten 14 Sitzungen. Ja, entschuldigen Sie, ich hab nur fünfzig Kopien machen lassen.

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Robert Naumann: Wie wir die Faschistenschweine besiegt haben

Wir beschließen, dem gleich nebenan gelegenen Bauernhof einen Besuch abzustatten. Wir könnten die Schweine dort, so unser Vermieter, mit unseren Speiseresten füttern. Nur haben wir keine Speisereste, aber noch ein halbes, recht altes Brot, welches von mir trotz Hungers zum Frühstück verschmäht und darum zum Füttern freigegeben wird.

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Nils Heinrich: Ich kann mir nicht vorstellen, dass das funktioniert

Immer mehr Menschen benutzen »Sachsen-Anhalt« als Synonym für Gemütszustände, die in Richtung lebensmüde tendieren. Es heißt nicht mehr »Du, mir gehts heute ganz schlecht«, es heißt: »Mir gehts so Sachsen-Anhalt.« Es heißt: »Ich fühl mich wie Sachsen-Anhalt« anstelle von »Ich fühl mich wie ausgekotzt.«

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Marcus Hammerschmitt: Das Leben der Reisenden

Das Leben der Reisenden ist ein melancholisches. Man wacht morgens im Hotel auf und findet sich schon entsetzt. Es ist der Abreisetag. Man soll sich bald freundlich entfernen, zum Geklingel der Eimer auf dem Gang: die Reinemachefrauen!

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Andreas Kampa: Der Ventilator

Mein neuer Zimmergefährte schnurrt in der Ecke wohlig vor sich hin. Es scheint ihm zu gefallen, mir warme Luft zuzuwedeln. Und obwohl er Cool Air heißt und mir eigentlich kühle Luft spenden müsste, bin ich zufrieden mit ihm. Woher sollte er die kühle Luft auch nehmen?

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Sandra Niermeyer: Abends

Wenn man abends in sein Zimmer kommt und ein Paar Füße unter dem umgestürzten Sofa hervorragen sieht, dann wundert man sich, denn man lebt allein. Vielleicht überlegt man eine Weile, wem die Füße gehören könnten, aber es fällt einem niemand ein.

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Volker Surmann: Serbokroatisch für Lernbereite

Wieso ist das Arbeitsamt Berlin-Mitte im fernen Bezirk Lichtenberg? Bis zur Wende residierte hier die Stasi. Ich laufe durch den Hof auf den monströsen Gebäuderiegel zu. Kein Wunder, dass die Stasi so scheiße war. In so einem Klotz würde ich auch irgendwann paranoid gegenüber der zivilen Außenwelt.

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Heiko Werning: Besuch vom Jugendamt

Aber dann mutierten bislang unauffällige, freundliche Bekannte plötzlich zu reißenden Bestien mit Schaum vor dem Mund, nur weil sie ein Kind hatten und wir jetzt auch. Miteltern das ist die Umkehrung, die Negation des Wortes Mitmenschen. »Was, Ihr wollt weiter im Wedding wohnen? Aber das Kind?«

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Ahne: 9. November 1989

»Was haben sie eigentlich am 9. November 1989 gemacht?« Jedem Ostdeutschen wird diese Frage gestellt. Gregor Gysi, Katarina Witt, Helga Hahnemann posthum, den Puhdys, Pittiplatsch, sogar der Moderatorin Sarah Kuttner, obwohl die 1989 noch gar nicht geboren war, fast. Da das den Rest der Welt scheinbar unglaublich zu interessieren scheint, habe auch ich beschlossen zu erzählen, was sich bei mir so abgespielt hat…

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Horst Evers: Bursitis

Schulter ist kaputt. Einfach so. Morgens. Aufgewacht. Schulter kaputt. Noch so gedacht: Mann, irgendwas ist aber auch immer. Schnell geguckt, ob der Rest vom Körper noch okay ist. Ja schon – obwohl?

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Jürgen Witte: Zeig mir einen Ort, wo die Röcke noch rollen.

Denn: auf geht’s rauf geht’s / Mit einem Jammertaler zahlt keiner meine Zeche / Zieh schnell den Beutel raus mein Freund, gib einen aus und lächle...

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Spider: Der große Streik

Der Streik ging in die achte Woche, deutschlandweit. Ich war auch betroffen. Manchmal musste ich vormittags raus, sonst hatte mich immer ein Werbeausträger geweckt, indem er an der Haustür läutete: »Werbung bittäh!«

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Kvara Bistroj: Der Ausländer

Neueste Ergebnisse der Salbader.-Ausländerforschung: Fremde Kulturen, die Menschen und Bräuche, kurzgefasst und rundumgeschlagen...

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Werswer

Vollständiges Verzeichnis der Salbader.-Autoren der Salbader.-Ausgabe Nummer 37. Hier finden Sie lauter Portraits, Lebensdaten und manch liebevoll ausgewählten Link...

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Impressum 37/2006

Alle Redakteure, Salbader-Postadresse, Telefonnummer der aktuellen Ausgabe 37/2006...

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